Aufgaben und Ziele der AG „Ethik in der Notfall-und Akutmedizin“

Wir erleben in unserer täglichen Praxis, dass es zwar deutschlandweit bereits gut funktionierende Strukturen klinischer Ethikberatung in Krankenhäusern gibt (Ethikberatung, Ethikkonsil, Ethikkomitee), dass diese Strukturen aber im akuten Notfall beim unverhofft in der Notaufnahme eintreffenden (und womöglich lebensbedrohlich erkrankten) Patienten ohne zuhandene schriftliche Äußerung (z.B. in Form einer Patientenverfügung) und ohne kontaktierbare Angehörige/Betreuer sowie in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit meist nicht anwendbar sind. Auch vorhandene Empfehlungen und Leitlinien (ERC, BÄK, DIVI u.a.) nehmen meist nur zur Therapiebegrenzung im Verlauf, aber wenig zur Akutsituation in der Notaufnahme Stellung. 
Zunächst sollte untersucht werden, wie häufig solche Fälle sind und wie drängend die Problematik ist (DGINA-Mitgliederumfrage, Ergebnis wird auf dem DGINA-Kongress 2013 präsentiert). Sodann erhoffen wir uns durch die Zusammenarbeit mit Mitgliedern der DGINA und der AEM eine Synthese aus fachlicher Expertise (medizinisch, ethisch, rechtlich) einerseits und praktischer Erfahrung aus der täglichen Arbeit in der Notaufnahme (Ärzte, Schwestern, Rettungsassistenten) andererseits, die helfen kann, die Probleme sowohl mit dem nötigen Abstand zu beleuchten als auch praktikable Lösungen zu finden. Ziel sollen Handlungsempfehlungen oder Entscheidungshilfen medizinethischer Art für Problemfälle in der Notaufnahme sein, aber auch die Schulung der in der Notaufnahme Tätigen in medizinethischen Fragen.
Das erste Thema, das gegenwärtig bearbeitet wird, ist der in der Notaufnahme eintreffende nicht ansprechbare Patient am Lebensende in der Akutsituation. Wir planen die Fertigstellung der Arbeit (Handlungsempfehlungen, Schulungsinhalte, Veröffentlichung) für 2014 und einen ersten Zwischenbericht auf der DGINA-Jahrestagung im Dezember 2013. Weitere Themen, wie z.B. der psychisch kranke Patient, der alkoholisierte Patient, Umgang mit Psych KG, Gewaltopfer in der Notaufnahme, Gewalteskalation in der Notaufnahme, ethische Aspekte beim Massenanfall von Verletzten, ethische Aspekte von Triage und Allokation, können später folgen.
Wir möchten alle Interessierten ausdrücklich bitten, uns zu kontaktieren, und hoffen auf eine für alle fruchtbare Zusammenarbeit.


Für die Mitglieder der Arbeitsgruppe-
Dr. med. Stefan Trzeczak, M.A.
HELIOS-Hanseklinikum Stralsund, Notaufnahme
Große Parower Straße 47-53, 18435 Stralsund
Tel: 0179-5322034
Email: trzeczak@arcor.de oder stefan.trzeczak@helios-kliniken.de

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Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e.V.

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