Begegnung schafft Begeisterung

Strukturierte Famulatur in der Notaufnahme der Young DGINA

Mit dem Ziel einer besseren Einbindung von studentischer Lehre in den praktischen Alltag einer Notaufnahme hat die Young DGINA 2012 das »Famulaturprojekt« ins Leben gerufen. Inzwischen ist es ein wichtiger Baustein zur Nachwuchsförderung.

 

Insgesamt vier Monate Famulatur müssen Medizinstudenten in Deutschland nach dem Physikum absolvieren. In unmittelbarer Begegnung mit der Praxis sollen sie Einblicke in die tägliche Arbeit verschiedener Fachdisziplinen erhalten. Umgekehrt bietet das verpflichtende Praktikum gleichzeitig eine große Chance, die Neugier von Studenten zu wecken – etwa auf die Notfallmedizin. Das dachten sich auch die Vertreter der Young DGINA, als sie vor drei Jahren überlegten, wie sie noch mehr junge Nachwuchsmediziner für ihr Fachgebiet begeistern können.

So war die Idee schnell geboren, ein Konzept zu entwickeln, das die Famulatur in der Notaufnahme zum lehrreichsten und intensivsten Erlebnis im Laufe des Studiums werden lassen sollte. Um ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, werden die Famulanten dabei von Anfang an eng ins Team eingebunden. Angelehnt an die Idee des sogenannten »Shadowing« aus dem angloamerikanischen Raum, werden sie dazu während der gesamten Famulatur durch einen Mentor betreut, den sie vor Ort im Arbeitsalltag begleiten – auch am Wochenende und in der Nacht. Auf diese Weise lernen sie das Fach und die Arbeit als Notfallmediziner kennen. Der Mentor kommt aus den Reihen der Young DGINA und ist für die Anleitung und Überwachung des Lernfortschritts verantwortlich. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht darüber hinaus eine individuelle Anpassung der Famulatur. Während der Mentor durch die Delegation von Tätigkeiten entlastet wird, führt die Übernahme von Verantwortung beim Famulanten zu einer steileren Lernkurve.

Rund 30 Nachwuchsmediziner konnten seit der Einführung im Jahr 2012 erfolgreich vermittelt werden. Von Berlin bis München bieten deutschlandweit derzeit acht Notaufnahmen die Famulatur nach den Kriterien der Young DGINA an und ebnen interessierten Studenten damit den Einstieg in die interdisziplinäre Notfallmedizin. Und das Konzept geht auf: Die Rückmeldungen der Famulanten sind durchweg positiv. Manche Häuser, wie etwa das Münchner Klinikum Bogenhausen, sind inzwischen so beliebt, dass Famulaturplätze bereits bis auf ein Jahr im Voraus vergeben sind. Vor diesem Hintergrund würden sich die Initiatoren freuen, weitere Kliniken für ihre Idee begeistern zu können. Zudem erarbeiten sie aktuell ein Curriculum, um das Projekt weiter zu professionalisieren und die Famulatur besser zu strukturieren. Angelehnt an das europäische EuSEM-Curriculum soll es sowohl den Mentoren als auch den Studenten künftig als Hilfestellung für die Zeit während der Famulatur dienen. Zusätzlich ist die Einführung eines zentralen Registers geplant, um eine Dokumentation der Famulaturen zu ermöglichen.

Zentrale Anlaufstelle für interessierte Nachwuchsmediziner ist der eigene Facebook-Auftritt. Hier gibt es alle wichtigen Infos zu den Famulaturen der Young DGINA sowie Hinweise zur Bewerbung. Persönliche Fragen können überdies per E-Mail an yed@dgina.de gerichtet werden. An diese Adresse können auch Notaufnahmen eine Nachricht schicken, die das Projekt unterstützen möchten. Stefan Kornstädt, der die Famulaturen der Young DGINA koordiniert, ist Kliniken gerne bei der Einführung und Umsetzung behilflich.

 

Download des Curriculums zum Famulaturprojekt der Young DGINA

Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e.V.

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