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AG Katastrophenmedizin

Die AG Katastrophenmedizin wird 2018 unter dem Eindruck der wachsenden Herausforderungen gegründet, mit denen sich Krankenhäuser und insbesondere Zentrale Notaufnahmen bei der Bewältigung interner und externer Schadenslagen konfrontiert sehen. Verschiedene Ereignisse können die Funktionalität der ZNA oder des ganzen Krankenhauses empfindlich einschränken und in einer Überschreitung der Versorgungskapazität münden. Ob der gefürchtete dynamische Massenanfall von Verletzten durch einen Terroranschlag, ein Klinikbrand oder "nur" die lokale Epidemie einer infektiösen Gastroenteritis: Zentrale Notaufnahmen sind als erste Anlaufstelle häufig stark von Krisensituationen und Schadensereignissen mitbetroffen. Unsere konzeptuelle Arbeit zielt unter anderem auf die Entwicklung von konkreten, gut verständlichen Handlungsempfehlungen für diese Situationen. Wie auch im Alltag der ZNA sind wir von der Notwendigkeit einer engen Abstimmung mit präklinischen und klinischen Partnern der Notfallversorgung vor, in und nach krisenhaften Lagen überzeugt.

Zielsetzung:
  • Informationssammlung und Vernetzung a) zur lokalen Ausgestaltung von Krankenhausalarmplänen, b) zu bereits existierenden Vorhaltungen und c) Übungen in Kliniken mit DGINA-Mitgliedschaft. Vermittlung von Hospitationen im Sinne einer „Übungsbörse“.
  • Betonung der zentralen Funktion der ZNA bei der Krankenhausalarmplanung und Unterstützung bei der Einbeziehung von ZNA-Personal in lokale und überregionale Arbeitsgruppen.
  • Entwicklung von Handlunsgempfehlungen zur Bewältigung von a) gemischten Krisensituationen und Lagebildern mit nicht ausschließlich Trauma-Patienten oder kleinere Schadenslagen und b) sogenannter dynamischer Lagen wie nach terroristischen Anschlägen, mit unkontrolliertem Zustrom von Patienten, hoher Anzahl Schwerverletzter und "Second-Hit“-Gefahr in der ZNA.
  • Sammlung und Diskussion bestehender Konzepte zum Umgang mit Gefahrstoff-Lagen.
  • Kontakt und Abstimmung mit den bereits aktiven Fachgesellschaften und Verbänden.

Aktuelle Projekte:
  • Gemeinsame Umfrage mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft KH-Einsatzplanung e.V. zum Stand der Umsetzung, Schulung und Einübung aktualisierter Alarm- und Einsatzpläne.
  • Mitwirkung am Konsensusprozess „Klinische Sichtung“ (Bundesministerium für Bevölkerungsschutz), ggf. Empfehlung zu einem modifizierten klinischen Sichtungstool.
  • Kommunikation ZNA – Leitstellen im Krisenfall mit dem Ziel: Verbesserung des Status quo.

Mittelfristige Planung:
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Anwendung lokaler Notfallpläne und für Schulungen und Übungen in der ZNA oder mit Beteiligung des gesamten Krankenhauses auf der Basis des aktualisierten Musteralarmplans.
  • Hilfestellung zu Finanzierungsfragen von Übungen oder Materialvorhaltung, Entwicklung eines Musterbriefs. Die Finanzierung von Vorbereitungen durch DRG-Erlöse ist nicht vorgesehen!
  • Regionale (Rettungsdienste, Traumanetzwerke) und überregionale Vernetzung (AGNAs, DAKEP) zur Abstimmung bestehender und Entwicklung neuer Konzepte.

Motivation zur Mitarbeit:
Das kölsche Motto "Et hätt noch immer jot jejange" kann für die Krisenplanung in der ZNA keine Geltung haben. Vor allem Ärztliche und Pflegerische Leitungen, aber auch alle anderen dauerhaft in ZNAs Tätige sind aufgerufen mitzuarbeiten, Input aus allen Bundesländern ist uns hoch willkommen!

 

Ansprechpartner:

  • Dr. P. Tralls, Solingen
  • Stellv. Sprecher: D. Goertz, Berlin
  • J. Hoymann, Düsseldorf

Kontakt:

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung:
katastrophenmedizin@dgina.de