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AG Versorgungsforschung

Sowohl in Deutschland als auch international sind Notaufnahmen und der Rettungsdienst mit zunehmend steigenden Fallzahlen konfrontiert. Diese und die daraus häufig folgende Überfüllung der Notaufnahmen ist symptomatisch für die Engpässe in der Patientenversorgung vor, während und nach einer Notaufnahmekonsultation. Verursachende Faktoren sind jedoch größtenteils nicht von den Notaufnahmen direkt beeinflussbar. So ist das Notfallversorgungssystem als wichtige Schnittstelle zur Identifikation von Barrieren im Zugang zu anderen Versorgungssystemen sowie zur Identifikation von Versorgungslücken zu sehen. Besondere Herausforderungen für die Notfallversorgung stellen sich beispielsweise durch psychosoziale oder pflegerische Notfälle, sowie eine steigende Anzahl von multimorbiden chronisch erkrankten Patienten, welche einen komplexen Versorgungsbedarf haben. In der AG Versorgungsforschung adressieren wir diese Problematik mit verschiedenen Projekten, mit dem Ziel Kennzahlen zur tatsächlichen Versorgungssituation von Patient*innen und Personal in Notaufnahmen und im Rettungsdienst zur Gesamtheit der Patient*innen, wie auch zu spezifischen Subgruppen zu generieren, um langfristig die Versorgungssituation zu verbessern.

Was wir machen:

Zielsetzung:

Die AG Versorgungsforschung möchte eine Vernetzungsplattform bieten um Interessen und Aktivitäten zur Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin zu bündeln, zu unterstützen und gemeinsam neue Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Dabei sollen nicht nur Kennzahlen zur Versorgung der Gesamtheit der Notfallpatient*innen generiert werden, sondern auch spezifische Patientengruppen mit besonderem Versorgungsbedarf adressiert werden. Dies sind zum Beispiel auch Patient*innen mit bestimmten demographischen Charakteristika (z.B.: ältere Patient*innen, Migrant*innen, nicht versicherte Patient*innen, Wohnungslose), spezifischen Leitsymptomen oder Diagnosen.

Ein weiteres Ziel der AG ist die Etablierung der Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin durch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Rahmen von Workshops und Angeboten zu Praktika, Hospitanz und Abschlussarbeiten.

Projekte zur Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin

Aktuell werden in Deutschland verschiedene Projekte zur Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin durchgeführt. Diese haben das Ziel Kennzahlen zur Planung und Evaluation gesundheitspolitischer Maßnahmen, aber auch zur Verbesserung der Versorgungsqualität im Bereich der Notfall- und Akutmedizin zu generieren. Mitglieder der AG sind beispielsweise an den öffentlich geförderten Projekten EMANET (https://emanet.charite.de/), INDEED und ENQUIRE beteiligt. Weitere Informationen zu Forschungsaktivitäten finden sich hier: https://notfallmedizin-nord.charite.de/forschung/.

Aktuelle Projekte:

Ein wichtiges aktuelles Projekt der AG Versorgungsforschung ist die Aufbau einer Flash-Mob Forschungsstruktur in der Notfall- und Akutmedizin.

Als ‚Flash-Mob Research‘ wird ein innovatives Forschungsdesign bezeichnet, welches eine kostengünstige und effiziente Alternative zu langfristigen Observationsstudien darstellt. Dabei finden Datenerhebungen multizentrisch in einer möglichst großen Anzahl von Forschungszentren in der Regel an einem einzigen Tag und als Vollerhebung statt. Dieser Ansatz ermöglicht eine hohe Heterogenität und damit Repräsentativität der Forschungszentren, ist durch die Vollerhebung ebenfalls repräsentativ für die zu beforschende Patientengruppe und weiterhin mit wenig Aufwand für die einzelnen Zentren und geringen Kosten verbunden. Insbesondere im notfallmedizinischen Setting, in welchem das herausfordernde klinische Umfeld mit limitierten Forschungsressourcen, einem oft hohen Patientenaufkommen und zeitkritischen Versorgungsabläufen mit besonderen Anforderungen und Hürden für langfristige, prospektive Forschungsprojekte verbunden ist, stellt Flash-Mob Research einen innovativen und effizienten Forschungsansatz dar.

Bitte nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf, wenn Sie Interesse haben, sich an unseren Flash-Mob-Research Projekten zu beteiligen oder Ideen zu Forschungsfragen haben!

Motivation zur Mitarbeit und Angebote durch die AG:

Wir treffen uns mindestens einmal jährlich beim DGINA-Kongress und laden sie ganz herzlich ein, einmal in diesem Rahmen bei uns hereinzuschauen oder einfach so Kontakt aufzunehmen. In der Versorgungsforschung ist ein besonderes Qualitätskriterium die Multidisziplinarität im Forschungsprozess, so dass wir alle Berufsgruppen und insbesondere auch Angehörige anderer Fachgebiete oder die Perspektive anderer Leistungserbringer sehr herzlich willkommen heißen. Wir freuen uns immer über Ihre Fragen, Ideen, Ihre spezifische Perspektive und natürlich insbesondere über eine aktive Mitarbeit in der AG Versorgungsforschung.

 

Sprecher:

  • Univ.-Prof. Dr. Martin Möckel, Nukleus der AG Versorgungsforschung
  • Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Behringer
  • Dr. Bernadett Erdmann
  • Dr. Anna Slagman

Kontakt:

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung:
wissenschaft@dgina.de