Resuscitation Science – The 5th link of the chain of survival

Chain of survival? Kennen Sie? Wirklich? Nun…

Sie kennen sicherlich die üblichen Abbildungen, die die aufeinanderfolgenden Schritte der Rettungskette bei plötzlichem Herztod beschreiben. Aber, wie Sie in der Abbildung erkennen, es sind nur 4 Ringe ….

Wenn Sie die aktuellen Leitlinien zur Reanimation durchlesen, werden Sie feststellen, dass zwischenzeitlich ein weiterer Ring, der 5. Ring der Reanimation propagiert wird (Postresuscitation Care). Nun, was gehört hier dazu? Auf dem EuSEM Meeting in Antalya hat W. Behringer aus Österreich, der zahlreiche Forschungsarbeiten zur Hypothermie mit dem Reanimationspapst Peter Safari gemacht hat, klare Statements zu diesem Konzept präsentiert:

  1. zeitnahe Einleitung einer therapeutischen milden Hypothermie
  2. Vermeidung einer Hypotension und adäquates intensivmedizinisches hämodynamisches Monitoring. Er berichtete mir sogar in einem persönlichen Gespräch, dass bei entsprechenden tierexperimentellen Untersuchungen sogar immer der Blutdruck therapeutisch für kurze Zeit gesteigert wurde, um „verstopfte zerebrale Gefäße“ nach Reanimation „durchzublasen“ (lt. P. Safar der „Ketchup Flaschen Effekt“; Cave: nicht in Untersuchungen bei Menschen verifiziert!).
  3. Jeder Patient nach Reanimation muss eine invasive Abklärung erhalten (Koronarangiographie). Leider gibt es keine Daten zum Zeitpunkt, aber die bisher publizierten Studien zeigen einen klar positiven Effekt in der Patientengruppe, welche unabhängig von Überlegungen eine invasive Abkärung erhalten hat. Und ….

In den USA gibt es Bestrebungen, diese weitere Versorgung nach Out-of-Hospital Cardiac Arrest in Post-Resuscitation Centers durchzuführen. Eine interessante Studie zu dieser Thematik wurde vor kurzem in Circulation publiziert und auch von einem Editorial „Clinical Perspectives“ begleitet: In einer vorher-nachher Untersuchung zeigen die Autoren, dass eine spezialisierte post-cardiac arrest care einen relevanten Verbesserung des neurologischen Outcomes führt. Dies ist extrem interessant und wird von den Autoren auch eindeutig einer spezialisierten Weiterbetreuung zugeordnet. Ehrlich gesagt, war ich etwas überrascht über diese dramatischen positiven Effekte. Es wird viel Zeit und Energie auf Innovationen im Rahmen der zeitnahen Defibrillation etc. gelegt. Dies spezialisierte Versorgung im Nachgang nach den akuten Ereignissen, die Notwendigkeit eines korrekten intensivmedizinischen hämodynamischen Monitoring (inkl. der therapeutischen Intervention), die Notwendigkeit der invasiven Abklärung und die zeitnahe Einleitung der therapeutischen Hypothermie gehen leider in vielen Einheiten etwas unter.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen erneut, dass nicht ein einzelner Bestandteil oder eine isolierte Intervention zum Erfolg führt, sondern die gemeinsame Abstimmung verschiedener Interventionen („Bundles“) zu besseren Ergebnissen führt. Ich finde, dass dies eine sehr interessante Arbeit ist und eigentlich ad hoc umgesetzt werden muss.

 

 

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Ein Gedanke zu „Resuscitation Science – The 5th link of the chain of survival

  1. Pingback: Update – Routinemäßige Koro bei Out-of-Hospital Cardiac Arrest? | Blog des DGINA e.V.

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