Echte „Pearls“ zur Vermeidung medicolegaler Konsequenzen in der ZNA

Im Augenblick habe ich ein echtes Faible für EMRAP. Obwohl kostenpflichtig und damit in Kontrast stehend zu den zahlreichen kostenfreien Ressourcen des FOAM Universums sind für EMRAP einfach gute Leute am Werk und das Ganze ist sein Geld wert.

Heute möchte ich einen Beitrag zusammenfassen, der in der Oktoberaausgabe von EMRAP erschienen ist. Das Thema ist „Wie vermeide ich medicolegale Konsequenzen und mache trotzdem gute Medizin?“. Ein wichtiges und hier exzellent aufgearbeitetes Thema eines Fachmanns, der neben Notfallmedizin auch noch ein Jurastudium hinter sich hat (es gibt wirklich ein paar echte Freaks)! Obwohl ursprünglich auf pädiatrische Fälle im amerikanischen System ausgelegt finden sich hier einige „Pearls“ auch für uns:

  • Die absoluten High-Risk Felder in den USA: Übersehene Appendizitis, Meningitis, Hodentorsion, Frakturen, Pädiatrie und Geburtshilfe-Cases
  • In den USA wird der Beklagte am Standard eines Notfallmedizinkollegen gemessen, nicht am Standard der „Mutterdisziplin“, d.h. ein Fehler in einem Geburtshilflichen Fall wird daran gemessen, wie ein anderer (idealer) Notfallmediziner in dieser Situation gehandelt hätte, nicht wie ein Gynäkologe. Der reduzierten Ausbildung in einzelnen Disziplinen wird durchaus Rechenschaft getragen. Da es in D NOCH keinen FA für Notfallmedizin gibt werden wir wohl noch am Standard der anderen in den Notaufnahmen tätigen Disziplinen gemessen werden, leider vermutlich dem idealen und nicht dem reellen.
  • Anwälte und auch Richter suchen in den Dokumentationsbögen nach Triggerbegriffen. Selbst wenn wir wissen wie schlecht manches in Sachen Sensi/Spezifität ist: Es mag helfen, wenn in der Akte erwähnt ist dass „Mc Burney Punkt negativ“ war.
  • Nicht zu vergessen die wichtigste „Pearl“: Seien Sie nett! Ein freundlicher Arzt wird statistisch gesehen viel seltener verklagt, eine Klage im Zweifel häufiger fallen gelassen.
Ein interessantes Feld, der Artikel wird jedoch bereits ein wenig lang, daher Teil 2 in einigen Tagen separat…

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Echte „Pearls“ zur Vermeidung medicolegaler Konsequenzen in der ZNA

  1. EMRAP und andere sehr hilfreiche E-Learning-Tools sind auch ohne weitere Kosten neben dem Mitgliedsbeitrag zugreifbar, wenn man Mitglied der Emergency Medicine Residents‘ Association (EMRA).

    • Vielen Dank für die Anmerkung, allerdings ist eine Mitgliedschaft dort meines Wissens nach nur für in den USA arbeitende Ärzte möglich, ich habe ienst aus genau diesem Grund eine Mitgliedschaft beantragt aber keine Rückmeldung erhalten. Oder täusche ich mich da?

      • Doch, eine Mitgliedschaft ist auch fuer internationale Mitglieder moeglich – und sehr erwuenscht! EMRA arbeitet momentan genaugenommen speziell daran die internationale Mitgliederzahl zu erhoehen. Ich bin ziemlich aktiv bei EMRA und werde gerne nachfragen, warum Sie nichts gehoert haben. Koennen Sie meine E-Mail-Adresse als Blog-Moderator einsehen? Ansonsten poste ich hier eine temporaere Weiterleitungsadresse, um die Kommunikation etwas zu erleichtern.

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