Intraossäre Punktion – Ein Nachtrag

Liebe Kollegen, ich habe eine eMail von Kollegen Bernhard aus Leipzig erhalten. In dieser eMail geht er nochmals differenzierter zur Thematik intraössäre Punktion ein. Zu beachten ist, dass Kollege Bernhard ein Postionspapier der DGAI zu dieser Themaitk verfasst hat. Danke an dieser Stelle vielmals nach Leipzig!

Sehr geehrter Herr Christ, zu dem Beitrag im Blog http://dgina.de/blog/2012/11/04/wie-finde-ich-einen-zugang-zum-patienten-i-v-oder-i-o/#more-1093 möchte ich gern noch einmal auf die Empfehlung zur intraossären Punktion (s. Anhang) hinweisen, diese gilt nicht nur für die prähospitale Phase, sondern natürlich auch für die Akutversorgung in der Notaufnahme.

Hierbei noch als Ergänzung die aus meiner Sicht wesentlichen „pitfalls/Fallstricke“, denen ich regelmäßig begegne, ohne dabei in einen RANT zu verfallen:

1)      Inkorrekte Indikation (nur wer relevante Medikamente benötigt, benötigt einen intraossären Zugang, nur intraossär zu punktieren, damit der Patient einen Zugang hat, ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll!)

2)      Inkorrekte Punktionslokalisation (Korrekt und mit einem 98% Erfolgsrate versehen ist bei halbautomatischen Verfahren die Punktionlokalisation der proximalen medialen Tibia)

3)      Inkorrekte Punktionstiefe (z.B. 4,5 cm-„Adipositas-Nadel“ bis zum Anschlag in die Tibia à häufig gegenüberliegen Kompakta bereits durchbohrt!)

4)      Initialer Bolus wird vergessen (damit die intraossäre Infusion klappt benötigt es initial einen 10 ml Flüssigkeitsbolus! Wird dieser vergessen ist die Injektion über den intraossären Zugang häufig insuffizient und der intraossäre Zugang gilt als vermeintlich nicht erfolgreich!)

5)      Inkorrekt lange Liegedauer (jede im Notfall angelegte i.o.-Nadel sollte binnen 2 h nach Klinikaufnahme in einen ZVK gewechselt worden sein)

Die notfallmäßige Anlage eines ZVK im innerklinischen Setting sollte vor dem Hintergrund der Evidenz sonographiegestützt erfolgen, hier vergessen wir nur zu gerne, dass viele Notaufnahmen heute noch damit kämpfen überhaupt ein Sonographiegerät mit Linearschallkopf vorzuhalten.

Herzlichen Dank für die Berücksichtigung dieser relevanten Punkte. Mt freundlichen Grüßen und einen hohen Wirkungsgrad,

Ihr Michael Bernhard

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