Geschichte der Notfallmediziner in den USA

Der Wahlkampf in den USA hat es wieder gezeigt: Pathos ist bei den Amerikanern ganz weit oben! Man mag darüber gelegentlich grinsen, aber ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht hierdurch sicher, vor allem in Zeiten wo harter Gegenwind weht. Deshalb finde ich dieses Video über die Anfänge des Faches Notfallmedizin in den USA einfach klasse, besonders die Zitate 🙂

„They were mavericks“

„They were outside the establishment of medicine“

„It was the wild west“

 

Auch wir befinden uns mitten in einer unumkehrbaren berufspolitischen Revolution.

diesen Artikel weiterempfehlen

6 Gedanken zu „Geschichte der Notfallmediziner in den USA

  1. bin noch mal gemeiner: dieses video hat ja nix mit der realität deutscher notaufnahmen zu tun. da „behandelt“ man ja zu fast 90% ernsthafte beschwerden wie kopfschmerzen, übelkeit, mir ists schwindelig etc. und meist beschwerden die seit tagen bestehen und die man dann mal sonntags oder auch gerne nachts um 4 uhr mal abklären wollte.
    hausarztpraxis pur. nur das kann man als video nicht so dramatisch verpacken.

    • Nun ja, soweit würde ich nicht gehen. tatsächlich gibt es einen hohen Anteil der „Hausarzt-Patienten“ in der Notaufnahme und klar kann man das nicht als dramatisches Video aufbereiten. Trotzdem suchen z.B. unsere ZNA auch einige echt sehr kranke Leute auf, in einer guten Woche bei uns hätten wir sicher genug Szenen für ein ähnliches Video im Kasten ;-). Natürlich ist das Video pathetisch, aber „change“ gibt es nicht wenn man nur Inhalte en masse präsentiert, man muss auch Emotionen wecken. Hier können wir uns von drüben noch einiges abgucken, egal wie man das Video findet.

  2. Das Video dient nur als „teaser“ fuer eine geplante 1.5-stuendige, ernsthafte Dokumentation der Geschichte der Notfallmedizin von damals bis heute, die Ende naechsten Jahres fertiggestellt werden soll. In den USA ist die Anzahl „aus fachlicher Sicht“ nicht-dringlicher Besuche ebenso hoch, wenn nicht sogar noch hoeher, wobei natuerlich bekannterweise die als Beispiel genannten „Hausarztprobleme“ wie Kopfschmerzen und Schwindel durchaus lebensbedrohliche Krankheitsbilder repraesentieren koennen. Das Video hat aber den ernsten Hintergrund, das Image der Notfallmedizin zu verbessern, den Politiker auf beiden Seiten des politischen Spektrums in den USA wollen die Finanzierung von Notaufnahmen reduzieren (einziger Ort, wo ein nicht-versicherter Amerikaner Anspruch auf Gesundheitsversorgung hat). Fakt ist jedoch, dass nur 2% der Gesundheitsausgaben (http://www.acep.org/News-Media-top-banner/Just-2—-Value-of-Emergency-Medicine/) in den Notaufnahmen verursacht werden und dass jeder Emergency Physician im Durchschnitt 138300 Dollar pro Jahr an „kostenlosen“ medizinischen Dienstleistungen erbringt – eine Rechnung wird zwar geschrieben, vom Patienten aber nie bezahlt (http://www.acep.org/content.aspx?id=25902). Anspruch des fertigen Dokumentarfilms wird es also auch sein, die Wichtigkeit einer guten Notfallversorgung greifbar zu machen, fuer Allgemeinbevoelkerung wie Politiker.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.