Hämatothorax – Interessante Diskussion auf EMRAP

In der neuen Ausgabe von EMRAP gibt es eine wirklich gute interessante Diskussion zur Notwendigkeit einer Thoraxdrainage bei isoliertem Hämatothorax. Gegenwärtig besteht häufig Unklarheit ob ein Hämatothorax vorliegt und wann eine Thoraxdrainage notwendig ist. Diese und andere Fragen werden in dem Podcast ausgiebig besprochen.

Hier die Take-home Messages:

  • Detktion von kleinen Hämatothoraces ist nicht einfach. Falsch-negative Rö-Thoraces sind häufig
  • Die Notwendigkeit der Drainage ist mittels Rö-Thx nicht sicher beurteilter (leider fehlt in der Diskussion der Hinweis auf die detektierbare Grenze mittels Ultraschall)
  • Ein ca. 300 ml umfassender Hämatothorax lässt sich im Thorax-CT gut nachweisen und sollte deutlich auf mehreren Schichten zu sehen sein, hier liegt die Grenze zur Drainagewürdigkeit bei unkomplizierten Hämatothoraces.
  • Die gefürchtetetn Komplikationen eines Empyems oder eines Fibrothoraces sind selten, bei Verdacht auf Superinfektion sollte jedoch immer drainiert werden.
  • Für kleinere Hämatothoraces kann die Einlage eines dünneren Schlauchsystems (z.B. Pleurocath) in Erwägung gezogen werden. Für alle die jetzt aufschreien und einwenden, dass diese sofort verstopfen: Was würde mann denn bei Kleinkindern machen? Die Erys sind doch dieselben, oder?
  • Für die normale Bülaudrainage gilt: Ein Vorteil von Riesen-Oschis (36-40 French) gegenüber grossen Oschis (28-32 French) ist nicht belegt (Möglicherweise sollte deren Applikation mit dem Trokar Vampirjägern vorbehalten sein?).

Es gibt im Netz weitere interessante Posts zu diesem Thema, einen findet ihr hier. Nicht jeder teilt offenbar die Meinung mit den niedrigen Kaliberstärken…

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