Update Beatmungsmedizin

Heute ein intensivmedizinisches Thema, das auch hochinteressant für jeden Notfallmediziner sein sollte. In der Novemberausgabe der „DIVI“, der mehrfach im Jahr erscheinenden kostenlosen Mitgliederzeitschrift der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, wird ausführlich das Thema Beatmungsmedizin thematisiert. Aus meiner Sicht eine sehr interessante Ausgabe, welche nicht nur Ärzte ansprechen sollte.

Im ersten Artikel von Prof. U. Kaisers aus Leipzig wird die neue „Berlin-Definition“ des ARDS kurz dargestellt und auch die klinische Bedeutung derselben kurz diskutiert. Grundpfeiler der Definition sind das zeitliche Auftreten, Ergebnisse der Bildgebung, die Ursache des Ödems (welches nicht voll erklärbar durch Herzinsuffizienz bzw. Hyperhdratation sein sollte) und das Ausmaß der Oxygenierungsstörung, welches nun exakter definiert ist. Die Rationale etc. kann auch im Intensive Care Med nachgelesen werden.

Hier kurz die ausführliche Tabelle zur Berlin-Klassifikation:

 Auch für nicht-ärztliches Personal sollte der Artikel von Kollegen Westhoff aus Hemer sein, der sich mit verschiedenen Aspekten der nichtinvasiven Beatmung auseinandersetzt. Ich denke, dass die Kapitel über Indikationen aber auch Kontraindikationen für viele Kollegen hilfreich sein sollte, die sich noch weniger mit dieser Methodik auskennen. Ein absolutes MUSS für Kolleginnen und Kollegen, die in der Notaufnahme ihre Frau/Mann stehen müssen. Die dargestellten Algorithmen dürften auch für die Praxis hilfreich sein.

Ein Highlight aus meiner Sicht ist das Thema Tracheotomie, welches von PD Kluge aus Hamburg und Dr. Schreiter aus Dresden behandelt wird. Das gute Bildmaterial und die ausführliche Darstellung der Methoden einschließlich der Indikationen und Kontraindikationen dürften nicht nur für das Intensiv-Greenhorn hilfreich sein.

Kollege Janssens beschäftigt sich seit Jahren mit palliativmedizinischen Themen einschließlich ethischer Entscheidungen bei beatmeten Patienten. Auch ein Muss. Benötigt aber Muße und Zeit.

Natürlich dürfen für eine Fachheft über Beatmung die Diskussion über extrakorporale Lungenersatzverfahren nicht fehlen. Und auch die Themen über neue Beatmungsformen und Entwöhnung von der Beatmung unter Berücksichtigung des prolongierten Weaning sind hochinteressant.

Was einen runden Abschluß dieser DIVI-Ausgabe bietet, ist der ausführliche, kompetente Beitrag von Tilmann Müller-Wolff, dem stellvertretenden Leiter der Akademie der Kreiskliniken Reutlingen. Ich habe mit ihm an der Uni Marburg zusammengearbeitet, und er hatte schon damals (nun ja, so lange ist dies auch noch nicht her) sich intensiv mit Themen der Intensivpflege auseinandergesetzt.

Aus meiner Sicht ein sehr gelungenes und inhaltlich hervorragendes Heft, welches aktuelles Wissen in deutscher Sprache vermittelt. Es liest sich gut! Also ….

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2 Gedanken zu „Update Beatmungsmedizin

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