Lormetazepam i.v. zur Langzeitsedierung auf Intensivstation?

Der intravenösen Gabe von Lormetazepam (Sedalam; Name der oralen Medikation: Noctamid) werden positive Effekte nachgesagt: Aufgrund der fehlenden Metaboliten sind offensichtlich auch über längerem Zeitraum sedierte Paitenten auf der Intensivstation rasch wach, die Patienten sind ähnlich wie bei Dexmetedomidine erweckbar. Dies würde natürlich vielfältige Vorteile z.B. gegenüber einer Sedierung mit Midazolom bedeuten. Die Tagestherapiekosten liegen in der Höhe von Propofol.

Durch die Verwendung eines venenreizenden Trägerstoffes hat Lormetazepam nur geringe Verbreitung erhalten. Neu ist nun die Substanz in einer neuen Formulierung zur intravenösen Verabreichung zugelassen. Offensichtlich wird die Substanz im intensivmedizinischen Setting mit guten Erfahrungen getestet.

In einem Flyer des Herstellers wird die Substanz sehr positiv dargestellt: sofortige Glucoronidierung, mittellange Wirkung, Patient bleibt erweckbar und kooperativ, einfache Handhabung, geringe Anreicherung im Fettgewebe. Alles diese Punkte sind sehr positiv und natürlich in unserem Setting sehr wünschenswert.

Ich habe heute eine Literatursuche durchgeführt und bin erstaunt, dass es nahezu keine aktuellen Daten zur Narkoseinleitung bzw. zur Sedierung auf INtensivstation gibt. In UpToDate sind nur Informationen zur Kurzzeitbehandlung (z.B. bei Insomnie) erwähnt. Es würde mich freuen, wenn Sie als Leser uns evtl. weitere Informationen zukommen lassen könnten.

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Ein Gedanke zu „Lormetazepam i.v. zur Langzeitsedierung auf Intensivstation?

  1. Im Herzzentrum Essen Huttrop sedieren wir kardiochirurgische Patienten postoperativ mit 0,003 mg/kg*h bis zu einer Tageshöchstdosis von 5 mg . Der Bedarfsbolus liegt standardmäßig bei 3 µg/kg.
    MfG
    G Mielke, Kardioanästhesie

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