Diagnostik Update – Und nochmals Lungensonographie ….

In den letzten Monaten werden vermehrt Kursangebote „Sonographie in der Akut- und Intensivmedizin“ angeboten. Diese erfreuen sich höchster Aufmerksamkeit und sowohl in den Notaufnahmen als auch auf den Intensivstationen nimmt zunehmend eine fokussierte sonographische Untersuchung einen festen Stellenwert in der Routine ein.

Durch das große Engagement von Oberärzten und Fachärzten meiner Klinik wurde ebenfalls die Sonographie aus einer versteckten Ecke herausgeführt. Nicht selten hört man, dass eine Pneumothorax blitzschnell diagnostiziert wurde. Bedenklich stimmt mich nur, dass dann sofort eine Thoraxdrainage gelegt werden soll. Dies ist nicht immer indiziert und die sonographische Diagnostik sollte nicht dazuführen, die Indikationsfelder  von Interventionen zu vernachlässigen.

In diesem Zusammenhang habe ich heute auf meinem Tisch einen phantastischen Artikel von Raoul Breitkreutz aus Frankfurt mit Freude entdeckt, der dieses Verfahren in zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen und mit viel Engagement „hoffähig“ gemacht hat.Wenn ich es richtig überblicke, ist dieser deutschsprachige Artikel frei zugänglich. Für einen Artikel dieser Qualität ist das eine Seltenheit. Er gliedert sich in eine systematische Einführung der Methodik, Anschließend wird die Theorie durch die Darstellung praktischer Fälle vertieft.

Neben den beschriebenen zahlreichen Indikationsfeldern verwende ich die Lungensonographie zunehmend für die Diagnostik der akuten Herzinsuffizienz. Die Lungensonographie ergänzt das vorhandene Repertoire von diagnostischen Möglichkeiten. Die Therapie kann nach einer fokussierten Echokardiographie (Ausschluß einer fixierten Stenose über dem Ausflusstrakt bei z.B. Aortenklappenstenose, HOCM etc.) umgehend eingeleitet werden. Gerne verweise ich in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht Diuretika, sondern die hochdosierte Gabe von Vasodilatatoren der leitliniengerechte Grundpfeiler der Herzinsuffizienztherapie darstellt. Gerne können Sie sich über die Sicherheit der Nitro-Gabe auch bei niedrigen Blutdruckwerten (wir geben Vasodilatatoren auch bei einem systolischen Blutdruck von 100mmHg!!! Natürlich unter entsprechendem Monitoring!) in dieser Arbeit aus Basel, und über die prognostische Bedeutung von Nitro auch bei niedrigen Blutdruckwerten in der Arbeit von Alex Mebazaa aus Paris informieren. Lohnenswerte Lektüre!!

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