Ist das Symptom „Angina pectoris“ wichtig für die Diagnostik und Therapieentscheidung?

Heute bewegen wir uns eher in ein Thema der Inneren Medizin/Kardiologie. Sicherlich beobachten Sie regelmäßig, dass Diagnostik- und Therapieentscheidungen bei KHK von der Symptomatik der betroffenen Patienten abhängig gemacht werden.

In diesem Zusammenhang finde ich eine Arbeit von Dagenais et al. aus dem JACC sehr interessant:

In einer Post-Hoc Analyse wurden 2364 Patienten mit Typ 2 Diabetes und dokumentierter KHK beobachtet (Patienten der BARI-2D Studie). Es wurde der kombinierte Endpunkt „Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall“ über 5 Jahre beobachtet und dies mit den zum Studieneinschluß (Beginn der Studie) dokumentierten Symptomen assoziiert. Über die Hälfte der Patienten hatten eine Angina-pectoris, ca. 1/5 eine A.p. Äquivalent und der Rest der Patienten keinerlei Symptome. Die Raten der beobachteten kardiovaskulären Endpunkte betrugen 24%, 24% bzw. 21% (n=0,5).

Die Ergebnisse werden sehr differenziert in einem begleitenden Editorial besprochen, welches den bezeichnenden Titel hat „Ischemia dictates outcome, not symptoms“ hat.

Zusammenfassend bedeutet dies, das Endpunkte unabhängig von der klinischen Symptomatik sind. Die von uns veranlassten diagnostischen bzw. therapeutischen Entscheidungen sollten deshalb bei Patienten mit KHK nicht vom Vorliegen typischer Symptome abhängig gemacht werden. Präventive Maßnahmen sollten sich eher an einer entsprechenden Risikostratifizierung orientieren. Spannend! Ist zwar im Setting der Notaufnahme nur eingeschränkt einzusetzen, hinterfragt aber durchaus so manches unserer Handlungsweisen.

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