Antagonisierung der Marcumar-Wirkung bei akuten Blutungen

Es präsentiert sich bei Ihnen in der Notaufnahme oder auf Intensivstation ein Patient, der akut blutet. Gleichzeitig steht er unter Therapie mit Marcumar und hat einen INR>1.5 …. Was tun?

Die Vorgehensweise dürfte unterschiedlich sein. Wir verwenden üblicherweise Prothrombin-Complex Präparat. Andere werden Fresh Frozen Plasma substitutieren. Nun, was tun? Gibt es dazu Originalarbeiten für die Vorgehensweise?Eigentlich ein tägliches Problem. Mir war gar nicht bewusst, dass es hierzu keine klaren Studien gibt. In aktuellen Leitlinien wird die Gabe von Prothrombin Complex kombiniert mit Vit. K intravenös empfohlen. Aber gibt es dazu wirklich klare Arbeiten zu dieser Thematik? Insbesondere wurde bei dieser Vorgehensweise in kleineren Studien eine höhere Rate von thrombembolischen Ereignissen postuliert. Deshalb ist eine aktuelle Studie in Circulation von großer Bedeutung:

In einer Vor-Nachher Studie wurde die Gabe von FFP vs. Prothrombin-Komplex analyisert. Die Gabe von Prothrombin-Komplex führt zu einer schnelleren Herstellung der Koagulation und zu weniger Komplikationen im Verlauf. Außerdem wird insgesamt mehr Blutprodukte eingespart. Zusammenfassend empfehlen die Autoren und Kommentatoren, Prothrombin-Komplex als primäre Therapie durchzuführen.

Wie erfolgt die praktische Durchführung?

In der Studie wurden 1000IE i.v. verwendet, die Kontrolle des INR erfolgte 15min nach Gabe des Präparates.

 

Zusammenfassend eine exzellente Studie, die aus der klinischen Praxis in Notaufnahmen durchgeführt wurde.

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Ein Gedanke zu „Antagonisierung der Marcumar-Wirkung bei akuten Blutungen

  1. FFP´s sind meiner Meinung nach nicht zur Substitution bei Blutung geeignet, da man davon große Mengen braucht (Faustregel: 1ml/kg/KG= Anstieg um 1%) und man damit ein Volumenproblem und Gefahr eines TRALI hat. Desweitern ist es doch sehr zeitintensiv diese erstmal aufzutauen. Die Substitution einzelner Gerinnungsfaktoren ist da viel zielführender.

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