Triple A – Treat the heart, don’t mind the kidney

 Ich hatte die Gelegenheit im Rahmen des Jahreskongresses des ESC, mich mit Kollehen auszutauschen, die sich seit Jahren mit Diagnostik und Therapie der akuten Herzinsuffizienz beschäftigen.

 Als grosses klinisch praktisches Problem wird gesehen, dass bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und sich verschlechternder Nierenfunktion teilweise reflexartig (auch von Nephrologen!)  die Begleittherapie mit einem ACE Hemmer, eines ARB bzw. eines Aldosteron-Rezeptorblockers abgesetzt wird. Nur mit grosser Überredungskunst gelingt es, die gewünschte Weiterführung der Therapie bei den behandelnden Ärzten durchzusetzen. Möglicherweise ist der Reflex des Absetzens dadurch bedingt, dass man sich zu wenig mit der Pathophysiologie der Niere bei akuter Herzinsuffizienz beschäftigt.

In einem hervorragenden, kurz und gut zu lesenden Artikel gehen Ruggenti et al auf diese Fragen ein. Basierend auf pathophysiologischen Untersuchungen der 1940er Jahre zeigt er auf, dass die protektiven Wirkungen von ACE Hemmern etc. auf die Niere auch kardioprotektiv sind und die Behandlung betroffener Patienten ein positives Outcome bewirkungen. Demgegenüber erachten die Autoren die hochdosierte Gabe von Diuretika als kontraproduktiv.

Zusammenfassend sollte man die Gabe von ACE- Hemmern bzw. ARBs wenn möglich NIE stoppen und allenfalls diskrete Dosisanpassungen durchführen. Patienten mit Herzinsuffizienz ohne ACE Hemmer sollten auch bei eingeschränkter Nierenfunktion einen solchen erhalten. Der diskrete Anstieg von Kreatinin unter Therapiebeginn ist normal und durch die Blockade des neurohumoralen Systems bedingt.

 Ein sehr spannender Artikel, der für uns von hoher klinischer Bedeutung ist!   

 

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