Risk Management – Urteil gegen PJ Studenten

Liebe Kollegen. Der im Deutschen Ärzteblatt publizierte Fall inkl. Kommentierung eines PJ Studenten, der versehentlich eine in Infusionsspritzen vorbereitete orale Medikation einem 9 monate alten Säugling intravenös verabreicht hat, zeigt die vorhandenen Schwächen in unseren Systemen auf.

Welche Botschaften sollten jeden von uns interessieren:1) Die Organisation der täglichen Arbeitsabläufe ist mit hoher Sorgfalt verwantwortlich zu regeln und zu überwachen. Die Verantwortlichkeit liegt beim Krankenhausträger/Chefarzt bzw. der Leitungsebene in der Klinik (d.h. Oberärzte). Konkret bedeutet dies, dass letztendlich der Chefarzt sich verantwortlich für die Arbeitsorganisation zeigen muss.

2) PJ Studenten bzw. Famulanten sind formal „nicht-ärztliche“ Mitarbeiter, denen ärztliche Aufgaben delegiert werden. Unser Nachwuch muss adäquat eingewiesen, eingelernt und beaufsichtigt werden! Wir hier in Nürnberg versuchen ein „Mentoren-Modell“ zu etablieren. D.h. in der Notaufnahme werden die Famulanten einem festen erfahrenen Dienstarzt zugeordnet und machen mit ihm die Dienste mit. Dadurch soll eine feste Beziehung entstehen, welche ein Vertrauensbasis entstehen lässt.

3) Der Studierende muss sich seiner Verantwortung bei delegierten Tätigkeiten bewusst sein. Bei Unklarheit unbedingt nachfragen bzw. eine entsprechende Einweisung einfordern.

Interessant in diesem Zusammenhang sind natürlich auch die „Sicherheitsprodukte“ der Industrie. Wir kennen den Stichschutz von Kanülen. Aber auch unterschiedliche Spritzen für orale bzw. intravenöse Applikation erhöht die Sicherheit durch ggf. nicht kompatible Anschlußmöglichkeiten.

Haben Sie eigene Erfahrungen? Haben Sie Verbesserungsvorschläge?.

 

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