Macht Intensivmedizin (oder auch Notfallmedizin) dement?

Sprache ist eine bedeutsame Waffe, und natürlich auch die Kommunikation. Als ich die Überschrift gelesen habe, habe ich im ersten Augenblick gedacht, ob man als Intensiv-/Notfallmediziner dement wird … man hinterfragt ja mal gerne … 🙂

Nun, das Thema lautet aber doch etwas anders: Patienten, die kritisch krank sind und eine intensivmedizinische Betreuung benötigten, zeigen auch Monate bzw. Jahre nach dem Intensivaufenthalt eine relevante Einschränkung der kognitiven Funktionen. Und diese entsprechen den Einschränkungen einer milden Demenz.  Vor allem Betroffen sind Patienten, die während der Betreuung ein Delir aufwiesen.Und schon sind wir wieder bei einem wichtigen Thema: Die Erkennung (und anschließende Behandlung) eines Delirs und das insbesondere beim Älteren. Und hier sind Notall- und Intensivmediziner zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch wenig sensibilisiert. Manchmal wundere ich mich, wie lange es benötigt, wichtige Dimensiionen einer kognitiven Einschränkung beim Älteren Patienten in der Notaufnahme flächendeckend zu kommunizieren (akute kardiovaskuläre Erkrankungen, Medikamentennebenwirkungen, Elektrolytstörungen, Infektionen und gelegentlich primär zerebrale Erkankungen). Auch die Differenzierung von Depression, Delir und Demenz fällt in diesem Setting vielen schwer. Auch das nichtärztliche Personal ist hier gefragt und hat erheblichen Optimierungsbedarf.

 Es gibt da ja auch eine wunderschöne Übersichtsarbeit aus dem NEJM, in dem die  präventiven Maßnahmen beschrieben sind. Werden diese bei Ihnen umgesetzt? Vielleicht lässt sich da ja was ändern. Zurück zum zitierten Manuscript, ebenfalls aus dem NEJM. Eine schöne Kommentierung finden Sie hier in Intensiv-News. Welches als „Badewannenlektüre“ hervorragend geeignet ist. Also … Bad einlassen …

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