4. Adventssymposium – Akute Kopfschmerzen in der Notaufnahme

Thema „Kopfschmerzen“. Ein sehr heikles und in der klinischen Praxis letztendlich sehr nervendes Thema. Viele Patienten mit Kopfschmerzen stellen sich vor, nur wenige haben wirklich einen vital gefährdenden Befund und diese Herauszufinden ist wirklich eine hohe Kunst. Prof. Maihöfner aus Fürth widmete sich auf dem 4. Adventssymposium in Nürnberg diesem Thema. Alle Hochachtung: Sehr fokussiert auf die klinischen Herausforderungen und dadurch hoch praxisrelevant. Ich möchte dies nutzen, um Ihnen auch einige der von ihm zitierten Arbeiten vorzustellen:Die Aufgabe des Notfallmediziners ist es, die Schmerzen von Patienten mit „benignen“ Kopfschmerzen zu lindern, und auf der anderen Seite die „gefährlichen“ Arten von Kopfschmerzen zu identifizieren und hier die notwendige Therapie einzuleiten. Nun, wie macht man das?

Es fängt zunächst damit an, sich über die Häufigkeit von Kopfschmerzen in Notaufnahmen zu beschäftigen. In der Population ist die Verteilung von „benignen“ zu „gefährlichen“ Kopfschmerzen 9:1. In der Notaufnahme ist dies 1:1 verteilt. Folgende Abbildung stellt dies gut dar:

Folie08

 

Welche Elemente in der Diagnostik sind wichtig, welche Fragen sollte man sich stellen? Dies sind in erster Linie:

  1. Differenzierung: primär vs. sekundär
  2. Sekundär: evtl. vital bedrohlich
  3. Hinweise auf sekundäre Kopfschmerzen
  • Schlagartiger Beginn
  • Progrediente Kopfschmerzen
  • Fokale neurologische Störung
  • Fieber +/- Menigismus
  • Höheres Alter
  • Immunsuppression/Malignom in der Anamnese

Als Werkzeuge sollte man sich in erster Linie für Anamnese. Wichtiger Aspekt ist hier den  Beschwerdeschilderungen der Patienten zuzuhören (und sich Zeitlassen!) und die richtigen Fragen zu stellen (1) Das erste Mal? 2) Das schlimmste Mal? 3) Plötzlicher Beginn? und fragen nach …. Schmerzintensität (VAS 1-10)? Schmerzqualität? Wo? Ausstrahlung? Haben Sie wiederholt Kopfschmerzen? Wie beginnt der Kopfschmerz?Bestehen sonst Beschwerden?)

Es folgt die körperliche und anschließend die neurologische Untersuchung. Dies ist ggf. weiter zu ergänzen mit Bildgebung (cCT, evtl. MRT), und entsprechende Laborabnahmen (Blut/Liquor)

Und er betonte, dass Algorithmen helfen. An dieser Stelle möchte ich auf hervorragende Publikationen von Grimaldi et al. verweisen. Ich finde es faszinierend, dass eine einfache Einteilung in „gefährlich“ vs. „benigne“ vs. „unklar“ mit hoher Sensitivität und Spezifität die meisten Probleme korrekt zuordnen lässt.  Diese Einteilung lässt sich mittels entsprechender Szenarien entsprechend didaktisch aufbereiten. Ich bedanke mich nochmals bei Prof Maihöfner, eine sehr fundierte, praxisrelevante Präsentation.
Gerne können Sie sich die entsprechende Leitlinie der Amerikanischen Notfallmediziner erarbeiten.
Ich glaube, dass es wichtig ist, sich neben der Systematik der Diagnostik von Kopfschmerzen auch diese andere Art der Vorgehensweise zu berücksichtigen. Höchst spannend!

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