Traumatische Amputation der oberen Extremität – Klinischer Review

Hallo. Es ist tatsächlich schon März. Die Arbeitslast der letzten Wochen (ich weiss nicht, woher plötzlich so viele Patienten in unserer Notaufnahme kommen) hat zu einer Schreibblockade geführt. Nachdem ich u.a. aus Leipzig nachgefragt wurde (Dank an Kollegen Bernhard!), jetzt der Relaunch.

Habe einen spannenden Übersichtsartikel im BMJ vom 15. Februar über traumatische Amputation der oberen Extremität gelesen. Hauptbotschaft: Die primäre Versorgung entsprechend Verletzter erfolgt durch „Nichtspezialisten“. Dies müssen …. über die korrekte Erstversorgung informiert sein und anschließend ist zeitnah Kontakt mit dem Team der versorgenden Fachspezialisten (mikrochirurgisches Team von Handchirurgen) aufzunehmen.

Hauptbotschaften für den Erstversorgenden:

1) Lebensbedrohliche Begleitverletzungen müssen ausgeschlossen werden und lebensrettende Maßnahmen vor Zuweisung in die mikrochirurgische Einheit erfolgen. Bei uns gehen Patienten über den Schockraum zu.

2) Die kritische warme Ischämiezeit für amputierte Extremitäten beträgt typischerweise 6h. Die Kühlung in einer mit physiologischen Kritalloidlösungen befeuchteten „steriler Wundauflage“ und dann Transport in einem verschlossenen Kunststoffbeutel wird epfoglen.

3) Die in Abb. unten genannten Punkte sind die wesentlichen Punkte, die das mikrochirurgische Team benötigen. Machen Sie auch ein Photo des Stumpfes und des Amputates. Im Zeitalter des Smartphones vermutlich kein großes Problem!

4) Betroffene Patienten können durchschnittlich eine 50% Empfindung (Sensibilität) und etwa 50% der vorbestellenden motorischen Funktion erreichen Individuell ist von der Art und Lokalisation der Amputation vom Fachspezialisten zu erwägen, ob eine korrekte Amputation oder eben die Replantation das geeignete Verfahren ist.

5) In der unmittelbaren postoperativen Nachsorge sind viele Einzelheiten zu beachten. Neben Infektionen sind arterielle und venöse Versorgung zu monitorisieren. Aber dies ist ja Aufgabe der versorgenden stationären Einheit, in der postoperative Patienten versorgt werden.

Und hier noch die Informationen, die vom Erstversorgenden erfasst werden sollen:

Traum_Amputation(modifiziert aus dem BMJ Artikel).

 

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