Umparken im Kopf – Stellenwert der CRP Messung

Heute mal kurz ein Abstecher in die präoperative Medizin. Aber ich denke, dass man hier einiges Lernen und auch für die Situation in der Notfallmedizin übertragen kann.In vorliegendem Case Report wird bei einem Patienten, der wegen starker Schmerzen bei degenerativen Veränderungen eine Hüftersatz durchgeführt werden soll, eine CRP Messung präoperativ durchgeführt. Da diese zum Zeitpunkt der Abnahme, aber auch in der Folge erhöht ist, wird die Operation abgesagt (aus Angst vor einer „unentdeckten“ Infektion).

In dem Case Report wird kurz auf die Regulation dieses akute Phase Proteins CRP eingegangen. Es kann erhöht sein bei Infektion, chronischer Entzündung, Malignomen, postoperativ, Trauma, Infarkt und vielem anderen mehr. Mit anderen Worten, CRP ist ein unspezifischer Marker und erlaubt nicht den Rückschluß, dass eine Infektion vorliegt. Desweiteren ist in keiner Leitlinie empfohlen, präoperativ CRP zu bestimmen, weil sich daraus kein anderes Management ergeben würde.

Für mich bestätigt dieser Case-Report nochmals, dass auch Laborwerte gezielt bei Fragestellungen angeordnet und bestimmt werden sollen. Diese als „Screening“ Parameter zu verwenden ist wenig zielführend. Auch sollte man sich über den Sinn und Unsinn der Bestimmung von Biomarkern im klinischen Kontext der Notfallmedizin detailliert austauschen. Hauptbotschaft: Ein erhöhter CRP Spiegel ist ein „unspezifisch“.

Vielleicht ist Ihnen auch in den letzten Wochen die Kampagne „Umparken-im-Kopf“ aufgefallen. Wirklich ein Hingucker! Aus meiner Sicht ein spannendes Konzept, welches durchaus anregend ist und auch in unseren Kreisen auf viele Themen übertragen werden könnte. Aber Sie wissen ja, wer nur einen Hammer kennt …. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, liest im Spiegel nach. Und, kennen Sie sind jetzt die Rothaarigen „feuriger“? Viel Spaß beim Schmunzeln!

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