Just a routine procedure ….

Vor kurzem auch in diesem Blog besprochen: Kommunikation als grundlegendes Werkzeug, um Fehler zu vermeiden …. oder anders gesagt, Faktor Mensch als entscheidender Faktor für das gute Gelingen unseres täglichen Arbeitens ….Durch den für die Qualität an unserem Klinikum Verantwortlichen habe ich folgendes Video eines Piloten aus UK gemailt bekommen, der seine Frau bei einer Routineoperation verloren hat. Ein sehr eindrückliches Video mit einer klaren Botschaft: Setzt Euch in der (Notfall-)Medizin mit den Themen des professionellen Teamwork und der dazugehörigen Kommunikation auseinander. Leadership, auch ein in der DGINA aufgegriffenes Thema, spielt hier eine essentielle Rolle. Und nicht die wichtigste Botschaft des Videos vergessen: Zuhören ist eines der wichtigsten Merkmale für gutes Handeln im Team!

Natürlich ist die Botschaft des Videos sehr plakativ und beinhaltet viele Vereinfachungen, die der eine oder andere kritisieren dürfte. Vor kurzem stolperte ich über ein Editorial zum Teamwork auf Intensivstationen (natürlich problemlos durch „Notaufnahme“ austauschbar). Der Titel dieses Editorials ist programmatisch für den Inhalt: Eighteenth century mindsets, twenty-first century challenges!

Ja, die im Editorial angesprochenen Vergleiche und die Geschichte die beschrieben wird, ist packend: Wir sind noch immer treue Anhänger vno Modellen aus früheren Zeiten, wo diese gut funktioniert haben. Moderne Medizin verlangt andere Vorgehensweisen, und diese müssen geübt und gelehrt werden. Der Artikel bezieht sich auf eine Übersichtsarbeit zum Teamwork auf Intensivstationen. Und natürlich gibt es auch schon neuere Artikel zu diesem Thema von derselben Autorengruppe. Vielleicht könnten diese Aspekte auch durch die Universitäten aufgegriffen werden. Das Teaching von Kommunikation und deren Bedeutung erscheint mir essentiell für den Erfolg der modernen Medizin.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der periinterventionelle Verlauf einer Ballondilatation im Züricher Universitätsspital. Prof. T. Lüscher führt live eine Intervention durch. Die Weltwoche tituliert den veröffentlichten Verlauf dieses Eingriffes als „Peinlichkeit“. Prof. Lüscher war zuletzt in der Diskussion, da er einen äußerst kritischen Artikel über die perioperative Betablocker Prophylaxe bei nicht-kardialer OP nach der Publikation zurückzog. Prof. Cole und Francis aus UK haben die ärztlichen Kollegen in diesem Zusammenhand als Massenmörder bezeichnet und mit einschlägigen Personen wie Idi Amin verglichen. Der besagte, äußerst kritische Artikel wurde ursprünglich ohne per review Verfahren im Eur Heart J publiziert. Details finden Sie hier. Hier das offizielle Statement der ESC.

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