Das „Checklist Conundrum“

Ein Möglichkeit der Verbesserung der Patientenversorgung liegt in der Anwendung von Checklisten: Viele von Ihnen kennen die WHO Checkliste für operative Eingriffe, in der wichtige Elemente der Patientenversorgung vor Operationen zusammengefasst sind. Nun berichtet eine kanadische Arbeitsgruppe, dass die Einführung der WHO Checkliste zu keiner Erhöhung der Patientensicherheit geführt hat. Ein Schlag ins Gesicht …. ist das Konzept der Checklisten, deren großer Freund auch ich bin, nun misslungen?

In einem begleitenden Editorial wird eindrücklich formuliert, dass Checklisten alleine nur wenig bis nichts bewirken. Es geht um die Einstellung der Anwender zu den Checklisten: Häufig werden zwar Checklisten eingeführt, aber nicht gelebt und deren Funktionieren nur unzureichend verstanden! Dies führt dazu, dass zwar Haken in einer Checkliste gesetzt werden, aber offensichtlich der Sinn dieses Vorgehens nie im Team etabliert wurde. Dass es hier zu keiner Verbesserung der Patientenversorgung kommt, ist eigentlich nachvollziehbar. Sicherlich kennen Sie die Meilensteinarbeiten von Pronovost et al zur Reduzierung der Infektionsrate nach Anlage eines ZVK. Ein wesentliches Element ist, dass die Anlage des ZVK „gemeinsam“ von Arzt und Nicht-Ärzten gemacht und man sich gegenseitig auf Verbesserungspotential zur Vermeidung von Infektionen hinweist. Wird dies bei Ihnen so gemacht? Ich nehme nur immer wahr, dass man dies nicht als notwendig erachtet. Change Management ist einiges der schwierigsten Themen, speziell in dem historisch geprägten Umfeld der Medizin.

Beide Artikel stellen äusserst spannende Aspekte der modernen Medizin und möglicher Verbesserungswege sehr detailliert und ausgewogen dar. Interessant für mich ist immer wieder, dass eigene Beobachtungen von vielen anderen auch gemacht werden. Lassen Sie uns doch die vorgeschlagenen neuen Wege versuchen!

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Ein Gedanke zu „Das „Checklist Conundrum“

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