Sepsis reloaded …

Muss bei Patienten mit septischem Schock der Blutdruck auf „supranormale“ Werte gehoben werden?In einem  aktuell erschienen Artikel im NEJM wird der Frage nachgegangen, ob die bisherigen Ziele des mittleren Blutdrucks (MAD 65-70 mmHg) oder höhere Blutdruckwerte (Ziel 80-85mmHg) vorteilhafter sind. Es gibt keine Unterschiede hinsichtlich des primären Endpunkts Sterblichkeit nach 30 Tagen. Patienten mit höheren Blutdruckwerten haben häufiger Vorhofflimmern, eine typische Komplikation bei Sepsis, dafür sind die Nierenfunktionsparameter von der Tendenz her bei Patienten mit niedrigeren Blutdruckwerten häufiger ungünstig verändert. In einem begleitenden Editorial wird die Thematik noch kommentiert. Ergebnis für uns: Wir versuchen einen Zielblutdruck von 65-70mmHg bei Patienten mit septischen Schock zu erreichen.

Und dann noch eine weitere Studie zur Therapie von Sepsis: Welchen Stellenwert hat die Gabe von Albumin zur Volumentherapie bei Patienten mit schwerer Sepsis bzw. septischen Schock: offensichtlich keinen relevanten. Der Volumenbedarf ist vergleichbar, auch die Sterblichkeit nach 28 Tagen ist vergleichbar (=primärer Endpunkt). Für uns bedeutet dies keine Änderung des bisherigen Volumen-Regimes: Wir verwenden vorzugsweise eine balancierte Elektrolytlösung …. Ringer wird´s schon richten.

Zusammenfassend – trotz der negativen Ergebnisse – eine weitere wichtige Erweiterung von wichtigen Bausteinen einer modernen Sepsistherapie.

 

 

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