Prognoseabschätzung nach Reanimation

Reanimation ist eines der Kernthemen unseres notfallmedizinischen Know Hows. Für die Zuordnung der Ressourcen wichtig ist es, die Prognose von betroffenen Patienten abzuschätzen, evtl. auch weitere Maßnahmen zu limitieren. Aus diesem Grund …… finde ich eine Arbeit des letzten Jahres sehr interessant, die ich erst im Nachgang gefunden habe:

Bei Herz-Kreislaufstillstand sollte sofort defibrilliert werden. Gelegentlich wird diskutiert, zunächst eine CPR durchzuführen, um eine Defibrillation überhaupt zu ermöglichen. Diese „verzögerte Strategie“ zeigt in aktuellen Studien jedoch keine Überlegenheit.

Die Wellenform von Kammerflimmern ist geeignet, um die Prognose der betroffenen Patienten abzuschätzen. In der nun vorliegenden Studie, wurde die Wellenform des Kammerflimmerns vor Defibrillation genutzt, um die Chance der Defibrillation abzuschätzen und dann gezielt eine verzögerte CPR strategie zu veranlassen (Priming the Pump). Und das Ganze randomisiert, prospektiv. Mit anderen Worten, die Analyse des Kammerflimmerns wird genutzt, ob direkt defibrilliert werden sollte oder zunächst eine CPR vor Defibrillation sinnvoll sind.

IN dieser großen Studie, die in den Rettungssystemen von New York und London durchgeführt wurde, zeigte sich leider keine Überlegenheit der Wellform-Analyse-Gruppe. Beide Gruppen (first shock vs. waveform analysis and delayed shock) zeigten ähnliche, aber doch hohe Überlebensraten (ca. 17%).

Die Schlußfolgerungen der Autoren lauten:

VF waveform analysis to selectively guide the initial management of out-of-hospital cardiac arrest patients presenting in VF did not result in improved overall survival. We demonstrated the prognostic value of waveform analysis scores as a determinant of resuscitation outcomes, and we further identified a subgroup of patients for whom guided management via waveform analysis was associated with improved waveform characteristics and for whom additional study appears warranted to understand the factors associated with this finding.

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