Prähospitale Notfallnarkose – Empfehlung einer AG der DGAI

Gratulation für die Erstellung der ersten Empfehlung zur Durchführung einer Narkose beim Kritisch Kranken. Unter federführender Leitung von M. Bernhard und B. Hossfeld …

zwei ausgewiesenen Experten in diesem Gebiet wurde mit vielen Experten eine Handlungsempfehlung für die Durchführung der Notfallnarkose erstellt. Demnächst werden diese Empfehlung als AWMF Leitlinie abrufbar sein, momentan ist online eine Kurzfassung frei verfügbar.

Diese Handlungsempfehlung sollte in das klinisch praktische Handeln Eingang finden. Wir werden bei uns im Haus sicherlich entsprechende praktische Umsetzungshilfen aus dieser Empfehlung übernehmen. Ganz besonders lobenswert sind aus meiner Sicht zum einen eine Abbildung zur Vorbereitung und Durchführung der Notfallnarkose, welche eine Weiterentwicklung der von uns zu einem früheren Zeitpunkt erstellten „Checklist“ zu dieser Thematik ist (7P der Intubation des Kritisch Kranken)
Notfallnarkose

Zum anderen ist der Ansatz, eine Arbeitsverteilung im Team antizipierend vorzuschlagen, sehr spannend und genial gemacht. Dies sollte beitragen, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Team einfacher realisieren zu lassen.
Notfallnarkose Phasenmodell

Sicherlich war es für die federführenden Autoren schwierig, verschiedene Ansätze und Lösungen („verschiedene Wege führen nach Rom“) zu einem gemeinsamen und verabschiedenden Text zusammenzuführen. Auch hier wieder ein großer Dank an die federführenden AG Leiter. Viele Kollegen und RD Mitarbeiter – insbesondere die Nicht-Anästhesisten unter uns – wird dies Handlungsempfehlung sehr im klinischen Alltag unterstützen.

Vermutlich ist die ausführliche Fassung der Handlungsempfehlung „Prähospitale Notfallnarkose“ umfangreicher und wird auch detailliert in wichtige Aspekte einführen, für die ich für mich persönlich keine Antwort weiß und eine Antwort suche. Beim Durchschauen der nun vorliegenden Kurzfassung (vielleicht sind diese in der Gesamtfassung enthalten) sind mir spontan einige Themenfelder aufgefallen, für die ich für mich eine Antwort suche: Klinischer Stellenwert und Praktikabilität von „Ketofol“, welches insbesondere in der EM Szene der USA/Australien diskutiert wird und auch in der prozeduralen Kurznarkose bei pädiatrischen Untersuchungen gerne verwendet wird (dort meist „sequentiell“ gegeben), und dann noch eine ausführlichere Diskussion der verwendeten Dosierungen … so sind meist beim kritisch Kranken (konservative Krankheitsbilder aber auch Schock) unter ausreichender Analgesie dtl. geringere Dosierungen z.B. von Propofol möglich. Und es gäbe noch viele weitere Details, die ich gerne bewertet gehabt hätte …. Spannend finde ich, dass auch mich in der Vergangenheit sehr beeinflussende Texte (z.B. Scott Weingarts Ausführungen zur Präoxygenierung (Ann Emerg Med 2014) implementiert sind.

Zusammenfassend eine sehr wichtige und praxisrelevante Empfehlung für das eigene Handeln. Gleichzeitig auch aufzeigend, welche wichtigen Fragestellungen zur Notfallnarkose im Rahmen einer klinischen Studie noch beantwortet werden müssen! Großer Dank an die AG unter Bernhard/Hossfeld!!

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Ein Gedanke zu „Prähospitale Notfallnarkose – Empfehlung einer AG der DGAI

  1. Das Royal College of Anaesthetists UK bietet ein sehr gutes stufenweises Ausbildungskonzept für RSI an. Ich empfehle besonders die Teilnahme am Praxiskurs Airways Management . Das würde sicher die hier gegebenen Empfehlungen abrunden .

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