Nierenversagen …. es gibt auch seltene Ursachen

Hatte vor kurzem ein ganz ganz spannendes Gespräch mit einem Kollegen. Wir haben ein relativ aktuelles Thema besprochen: Differentialdiagnose des Hämolytisch Urämischen Syndroms.
Jetzt werden Sie fragen, warum bringt er nun dieses Thema? Sowohl auf Intensivstation aber auch in der Notfallmedizin sollte man sich mit diesem Thema beschäftigen. Nichtzuletzt das endemische Auftreten von EHEC zeigt, dass wir hier in der Diagnostik schnell sein müssen und dann natürlich auch adäquat handeln sollten.

Zunächst zur Differentialdiagnostik:
Thrombotische mikroangiopathien sind gekennzeichnet durch Endothelschädigung, nicht-antikörpervermittelte hämolytische Anämie mit Nachweis von SChistozyten, Thrombocytopenie und Organschädigung. Unterschieden werden die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (Nachweis verminderter ADAMTS13-Aktivität), das Shigotoxin-assoziierte hämolytisch-urämischeSyndrom (STEC-HUS) und das atypische hämolytisch-urämische Syndrom (Kein Nachweis von Shigatoxin). Bei letztgenanntem sind häufig genetische Mutationen nachweisbar, diese können ggf. aber auch nicht nachweisbar sein.

Hier habe ich Ihnen eine sehr übersichtliche Systematik für die Diagnostik eingestellt:
aHUS

Für mich neu war, dass das aHUS auch im Rahmen der Schwangerschaft postpartum, aber auch durch Chemotherapeutika demaskiert werden kann. Es bietet sich hier eine neuartige Therapie mit einem Antikörper gegen Komplementkomplexe an (Eculizumab). Wer mehr wissen möchte, kann in einem extrem spannend und gut geschriebenen CME BEitrag von Prof. Haller aus Hannover mehr erfahren, welcher als Beilage in diversen Fachzeitschriften im November 2014 beigelegt war. Auch interaktiv möglich.

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