Fancy EKG reloaded ….

Gestern bei der Primärversorgung mal wieder ein ganz spannendes EKG gesehen.

Ein 48 jähriger Patient – ohne jegliche Vorerkrankung – stellt sich mit etwas Atemnot vor. Vitalparameter unauffällig (ausser einer Tachykardie von 124/min), ansonsten „pumperlgsund“.

Das 12-Kanal EKG wird geschrieben. Hier ist es:

Unbenannt

Nun meine Fragen und ich würde mich wirklich freuen, einige Antworten von Ihnen zu erhalten:

1) Welcher Rhythmus ist im EKG zu identifizieren?
2) Welchen ersten Schritt würden Sie machen, falls die Diagnose nicht klar ist?
3) Welche Therapie würden Sie anbieten?

Wenn ich mehr als fünf Antworten erhalten habe, gibt es die Lösung 🙂

Also, dabeibleiben. Bis bald!

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8 Gedanken zu „Fancy EKG reloaded ….

  1. Ich meine in V2 ein Vorhofflattern mit 2:1 Überleitung zu erkennen.
    Zu Abgrenzung wäre bei der Schmalkomplextachykardie der Adenosin-Test an der Reihe, hier wird sich wahrscheinlich kurzzeitig das Sägezahnmuster demarkieren.
    Bei CHA2DS2-VASc-Score von Null ist eine Antikoagulation nicht notwenig, ich würde den Patienten kardiologisch in ein Monitorbett aufnehmen und zur Ablation raten.
    Bei aktuell stabilen Verhältnissen würde ich wohl in der Notfallaufnahme auf eine Kardioversion verzichten.

  2. Wag mich mal ran:
    Regelmäßige Schmalkomplextachykardie, a.e. VHFlat. mit 2:1 Überleitung, atriale Freq. ca. 240 ms, ventrikuläre Freq. ca. 480 ms (V1). Sagittaltyp. Keine sig. Q-Zacken. LAHB. R-Prog. regelrecht, R/S-Umschlag nach links verschoben V5/6. Polymorphe ST-Streckensenkung in II, III, aVF, nicht sig. ST-Senk. in V5-6. ST-Erhöhung in aVR. Hohe T-Wellen in allen Ableitungen.
    Luftnot kann ja auch durch die Tachykardie erklärt werden. aVR und andere ST-Strecken sehen aber komisch aus, zwar fehlt eine Hebung in V1 und nach einem De Winter sieht es auch nicht aus, Senkungen ggf. durch Überlagerung mit Vorhof zu erklären, aber ein ACS kann man ja nicht ausschließen.

    Aber es ist ja nach dem Rhythmus gefragt =). Wenn weiterhin Zweifel ggf. Ableitung nach Lewis, oder Adenosin. Für SVT sonst noch mod. Valsalva aber für eine AVNRT/AVRT sind ja zu viele P-Wellen da.
    Therapie: B-Blocker, ggf. Kalium anheben, und wenn nix klappt eKV und/oder später Ablation, Flecainid (falls keine KHK)

  3. 1) Welcher Rhythmus ist im EKG zu identifizieren?
    Vorhofflattern 2:1
    2) Welchen ersten Schritt würden Sie machen, falls die Diagnose nicht klar ist?
    Adenosin-Test
    3) Welche Therapie würden Sie anbieten?
    (TEE), Kardioversion

  4. Hallo!

    1) Vorhofflattern mit 1:2-Überleitung, P-Wellen mit ca. 250/min am besten zu sehen in V1 und V2.
    2) Vagale Manöver oder Adenosin können den Vorhofrhythmus sichtbar machen, sind aber relativ sinn- weil wirkungslos. Schöner wären hier die Lewis-Ableitungen.
    3) Evtl. Frequenzkontrolle mit Beta-Blockern, antiarrhythmische Therapie mit Klasse 1C oder III, oder Strom. Antikoagulation. Evtl. Ablation.

    Gruß Dominik

  5. 1) Regelmäßige Schmalkomplextachykardie

    Frequenz: 120-130/min bzw. wie oben angegeben 124/min
    RR-Intervalle: regelmäßig
    QRS-Komplexe: schmal
    P-Welle: gefolgt von QRS und pos. in Abl. I/II/III
    PQ-Zeit: < 0,2 s
    Lagetyp: Indifferenz
    R-Progression: Würde sagen normal, fragliche S-Persistenz in V6 (eher nein)
    ST-Strecke: isolierte ST-Elevation in aVR ?
    T-Welle: auffällig erhöht und verbreitert in II und min. V3-V5
    QT-Dauer: QTc verlängert, vmtl. überkompensiert bei Tachykardie ?

    2) Da für mich als Unerfahrenen die Diagnose in der Tat nicht eindeutig ist (Sinustachykardie, maskiertes Vorhofflattern oder doch AVNRT) würde ich zu Schritt 3 als diagnostisches Tool weitergehen:

    3) Durchführen einer vagalen Stimulation unter Monitoring (z.B. kaltes Wasser trinken lassen). Erst im weiteren Schritt würde ich an eine medikamentöse Therapie denken (z.B. Adenosin).

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