Periprozedurales Bridging – What to do with the patient on anticoagulants?

Vor kurzem wurde eine exzellente Studie zum Bridging der Antikoagulation im Rahmen von chirurgischen Eingriffen publiziert. Auch in Deutsch wurden die Ergebnisse dieser Studie z.B. im Blog WAIN’s diskutiert.

Aber was bedeutet dies und wie kann man die Grundprinzipien besser verstehen? Hier bieten sicherlich die Guidelines der American College of Chest Physicians (ACCP) eine breite Wissensbasis. Kommentare hierzu gibt´s hier. Wem dieses Werk etwas zu umfangreich ist, ist sehr gut in einem aktuellen, frei zugänglichem Übersichtsartikel aufgehoben. Auch die graphische Aufbearbeitung ist genial.

Bei den Überlegungen zum Bridging von Antikoagulation ist zunächst festzulegen, ob ein Hochrisikoeingriff bzgl Blutungskomplikationen vorliegt:

Dies ist z.B,
– Urologische chirurgische Eingriffe
– Prozeduren zur Implantation kardialer Devices
– Polypektomie des kolons
– Chirurgie hoch vaskularisierter Organe Darmresektion
– Grosse Chirurgie mit hohen Traumatisierung von Gewebe
– Kardiale, intrakraniale, vaskuläre oder spinale Chirurgie

Und dann ist zu überlegen, welches thrombotisches Risiko zur Antikoagulation geführt hat.

Niedriges thrombotisch embolisches Risiko liegt vor bei:
– Vorhofflimmern ohne Risikofaktoren wie Stroke, TIA
– Aortenklappenersatz mit Zweiflügelklappe ohne weitere Risikofaktoren
– Z.n. Lungenembolie mehr als 3 Monate zurückliegend

In diesen Konstellationen (siehe auch Ergebnisse der Bridge Studie) wäre kein Bridging notwendig.

Zusammengefasst ist der Beitrag im BMJ eine sehr exzellente Übersichtsarbeit, die auch Ausblick über die Möglichkeit der Antagonisierung bei Notfalloperationen unter OAK gibt. Eine Möglichkeit gibt auch unsere Checklist.

Sie müssen jedoch in der klinischen Umsetzung aufpassen. Der Teufel steckt im Detail: Das bei uns verwendete Phenproucomon hat eine viel längere Halbwertszeit (100-150h) wie das in den Leitlinien zitierte Warfarin (36-42h).

Das war´s mal wieder aus Nürnberg. Keep calm and stay tuned!

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