Arzt sein – mehr sein als ein medizinischer Experte

Gerade sind wir mitten in den Vorbereitungen zu dem Studentenkurs „Wahlpflichtfach Notallmedizin“. Wir werden neue didaktische Methoden ausprobieren, um die für die Notfallmedizinisch wichtigen Aspekte der EKG Interpretation zu vermitteln.

Dabei wurde auch das Thema diskutiert, welche verschiedene Rollen ein Arzt im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit ausüben muss. Es reduziert sich hierbei nicht auf das „medizinische Wissen“. Die Aspekte „Leadership“ werden ja insbesondere in der Notfallmedizin zunehmend erkannt. Die DGINA bietet gemeinsam mit der Uni Witten-Herdeke bereits entsprechende Qualifikationsmaßnahmen an.

Zurück zur ärztl. Profession: Das Royal College of Physicians and Surgeons of Canada (RCPSC) hat 2005 ein Grundgerüst zur Definition der Rolle des Arztes entwickelt – das sogenannte „CanMEDS 2005 Framework“. Dieses verdeutlicht, dass für einen medizinischen Experten mehr notwendig ist als alleiniges medizinisches Wissen.

CanMed Roles 2005

Im Studium und auch im Beruf wird wenig über diese Rollen des ärztlichen Berufes gesprochen. Entsprechende Analysen zeigen diese noch weiter zu entwickelnden Themen. Aber auch Aspekte, die noch fehlen, werden thematisiert. Vielleicht gibt es im Rahmen der täglichen Arbeit Gelegenheit, darauf einzugehen und unsere Mitstreiter darüber zu informieren.

Das war´s dieses Mal nur mit einem kleinen Anstoß zum Querdenken. Bleiben Sie dran! and join again!

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2 Gedanken zu „Arzt sein – mehr sein als ein medizinischer Experte

  1. Lieber Herr Christ,
    Das Klinikum Kassel gründete vor einigen Jahren gemeinsam mit der University of Southampton die Kassel School of Medicine (KSM). An der KSM absolvieren die Studierenden ein 5jähriges Medizinstudent nach britischem Curriculum, zwei Jahre in England und 3 Jahre in Kassel. Die von Ihnen genannten Aspekte wie Professionalism, The Docht as scientist and teacher, Communication, Breaking bad news, Coping with complaints usw spielen im UK-CURRICULUM eine herausragende Rolle. Im Herbst 2016 werden wir in Kassel den ersten „Acute Care Course“ (ACC) im Pflichtfach Emergency Medicine als 4wöchiges Blockpraktikum abhalten. Die Integration der genannten Learning Outcomes in den Kurs wird eine große Herausforderung, aber genau wie der von Ihnen geschilderte Ansatz erscheint mir das Ziel extrem sinnvoll und wohltuend anders im Vergleich zur traditionellen deutschen Ausbildung.
    Beste Grüße
    Klaus Weber

  2. Super! Vielen Dank für den Gedankenanstoss in Sachen Arzt und deren Aufgaben. Natürlich wird die Meinung von einem Arzt als sehr wichtig wahrgenommen und dementsprechend haben Ärzte mit der Übermittlung der Diagnose einen grossen Einfluss auf die Person. Dabei ist vor allem wichtig, wie der Arzt die Diagnose vermittelt. Selbst eine schlechte Diagnose kann mit der Zuversicht in Bezug auf Behandlung vom Arzt besser „aufgenommen“ werden.

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