„Ghetto Faust“ zukünftig auch in Notaufnahmen?

Unser 5. Adventssymposium endete am gestrigen Samstag (www.akn-b.de) in voller Zufriedenheit. Eine phantastische Stimmung, und viele persönliche Gespräche rundeten die exzellenten Vorträge und Fachdiskussionen ab.

Nochmals großer Dank an alle Referenten und Vorsitzenden, aber auch an das höchstengagierte Publikum. Das Adventssymposium hat sich wirklich als DER Treffpunkt für die Notfallmediziner in der Region gemausert … Deshalb:

Note the Date: am 9 bis 10. Dezember 2016 findet das 6. Adventssymposium statt! Mit neuen Formaten!

Jeder Interessierte, ob regional oder überregional ist herzlich eingeladen und willkommen! Ideen und Themenvorschläge nehme ich gerne im Vorfeld auf! Absolutes Highlight der Veranstaltung war die Präsentation unseres französischen Kollegen Dr. S. Laribi über die Terroranschläge in Paris (Video wird in Kürze eingestellt). Der Vortragsraum war übervoll, so dass die Klimaanlage im Grenzbereich arbeiten mußte. Sehr lebendig schilderte Said die Herausforderungen, denen sich die französischen Kollegen am 13. November 2015 stellen mussten. Außerdem hat er exzellent die Szenarios und Pläne dargestellt, die beigetragen haben, dass die Primärversorgung der betroffenen Patienten so professionell verlaufen ist. Unfassbar natürlich auch, das am Vormittag des 13. November 2015 ein vergleichbares Szenario in Paris durch die dann später Beteiligten beübt wurde. Ich hatte ja über wichtige Publikationen schon berichtet .

Und damit ging die Veranstaltung in bester Stimmung zu Ende: Die Preisträger des Triage-Kontest wurden geehrt. Etwas irritiert waren die Zuschauer jedoch, als einige von uns sich mit einem „Fist Bump“ („Ghetto Faust“) verabschiedeten.

Unsere Verabschiedungsgeste wurde irrtümlich als „Scherz“ interpretiert: Weit gefehlt! Das Schütteln der Hand ist eine Seite Jahrtausenden eingeführte „soziale Geste“ und natürlich auch in Krankenhäusern gelegte, vielfache Routinehandlung der Begrüßung. In einer Zeit multiresistenter Keime vermutet man, dass zahlreiche – z.T. lebensbedrohliche – Keime durch diese auch in Krankenhäusern übliche Zeremonie übertragen werden.

Warum sollte nun ein „Fist Bump“ in Kliniken aber auch in Notaufnahmen eingeführt werden? Hierzu gibt es natürlich Evidenz. In einer Pilotstudie aus den USA konnte überzeugend gezeigt werden, dass die Kontaktzeit der Begrüßung durch Handschütteln deutlich länger, aber auch die Fläche der Übertragung signifikant größer sind als beim Fist Bump. Und … last but not least … die Keimübertragung bei der Ghetto Faust ist signifikant niedriger!

Deshalb: Dies war der Start einer neuen, Evidenz-basierten Begrüßung / Verabschiedung in einem professionellen Umfeld (Link zur Originalarbeit: ). Bin überrascht, dass diese Verhaltensänderung noch nicht flächendeckend als Präventionsmaßnahme gegen gefährliche Krankenhauskeime beachtet wird. Und gegenüber dem Händeschütteln hat der „Fist Bump“ auch eine diskret andere Bedeutung, wie die Huffington Post und National Geographic berichtet. Also …. let´s start 😉

Das war´s mal wieder aus Nürnberg. Hat viel Spaß gemacht! Stay tuned and join again!

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