„Laberflash“ ….. der hört ja gar nicht mehr auf zu sprechen

Ein junger, 21 jähriger Patient mit Logorrhoe stellt sich in der Notaufnahme vor. Außerdem fällt eine innere Unruhe auf. Sofort tippen Sie auf eine Intoxikation. Aber was wird es wohl sein?

Nach mehreren Gesprächen und Fragen stellt sich heraus, dass der Patient in größeren Mengen Crystal Meth konsumiert hat. Viele von Ihnen werden von dieser Droge schon gehört haben …. aber wussten Sie, dass es sich um eine „alte“ Droge aus dem Ende des 19Jhdt handelt? Weiterlesen

Die Wissenschaft rettet die Nacht! Bald in Ihrer Notaufnahme?

Nature Nanotechnology berichtet über die Injektion von Enzymkomplexen, die Alkohol schneller abbauen.
Funktioniert schon bei Mäusen.
Wenn das mal keine Perspektive für die Notaufnahme ist. Eine Injektion und der Alkohol wird abgebaut…
Am besten schon präklinisch, das wäre doch eine tolle Erleichterung für die Nachtschichten am Wochenende.
Es könnte allerdings passieren, daß die besonders treue Kundschaft dann nicht einmal, sondern gleich mehrmals pro Nacht kommt…..

Blog-Link: Psychiatrietogo

Gute medizinische Blogs in Deutsch sind leider noch Mangelware. Eher per Zufall bin ich auf den Psychiatrie-Blog von Dr. Jan Dreher gestossen. Auch wenn das Thema nicht ganz unserem Kernthema entspricht, so fällt trotzdem auf, dass der Blog erstens handwerklich super gemacht ist und zweitens in der Vielfalt der Themen auch der eine oder andere Artikel ist, der auch für den Notfallmediziner relevant ist.

Hier der Link: http://psychiatrietogo.wordpress.com

Ebenfalls einen kleinen Blick habe ich bereits in das von ihm verfasste Psychiatrie iBook geworfen, welches sehr vielversprechend aussieht. Man kann sehen was alles mit diesem Medium möglich ist und dass die Veröffentlichung eines Fachbuches nicht mehr allein vom Vertrieb über einen der grossen Verläge abhängig ist. Klar bleiben derartige Bücher immer subjektiv, aber das sind die anderen bis zu einem gewissen Punkt auch, geben sie nur nicht zu…

Hier der Link zum IBook

Seniorin auf Droge? Know your tools (and their limitations)…

Eine 75 – jährige Patientin wird vom Notarzt mit multiplen Schnittverletzungen an den Extremitäten in den Schockraum gebracht.

Die Anlage eines venösen Zugangs war präklinisch bei Hypothermie (34°C) nicht gelungen, so daß eine intraossäre Kanüle in die Tibia gebohrt worden war. Vom Notarzt wird über einen Blutverlust in der Wohnung von ca. 1,5 l berichtet. Die Patientin nimmt Dabigatran bei Vorhofflimmern. Bei Eintreffen im Schockraum ist die Patientin kreislaufstabil (RR 120/70 mmHg, Hf 70/min, SpO2 94%). Sie hat multiple, teilweise tiefe Schnittverletzungen an allen Extremitäten, die jedoch bei Aufnahme nicht mehr bluten.Die Anlage eines venösen Zuganges gelingt problemlos.

Die Patientin wurde zu Hause im Schlafzimmer in einer Blutlache von Nachbarn aufgefunden. Neben ihr Lagen mehrere Rasierklingen. Hinweise auf ein Fremdeinwirkung gibt es nicht, die Rettungskräfte gehen von einem Suizidversuch aus.

Da die Ursache Somnolenz zunächst unklar ist und eine Medikamentenintoxikation nicht ausgeschlossen werden kann, führen die Kollegen der ZNA ein Drogenscreening im Urin durch. Dieses ist positiv auf Metamphetamin und THC.

Auch für einen Drogenrausch gibt es keine Altersgrenze, aber das erschien uns doch angesichts dieser Patientin auch nach Rücksprache mit den Angehörigen sehr unwahrscheinlich.

Nach Rücksprache mit dem Hersteller des Drogentests, in diesem Fall http://oekonomed.de

wird die Sache klarer. Es gibt eine 6-seitige Liste (die wir hier leider nicht veröffentlichen dürfen) mit möglichen Kreuzreaktionen zwischen dem Schnelltest und verschiedenen Medikamenten.

In unserem Fall hat wahrscheinliche die Einnahme von Pantozol einen THC-Konsum vorgetäuscht. Ranitidin kann Metamphetamine vortäuschen.

Als Ursache der Somnolenz vermuten wir im Nachhinein eine Kombination aus Anämie und Hypothermie.

Nach 2 Stunden war die Patientin wach und zu allen Qualitäten orientiert.

Diese zwei Artikel beschäftigen sich mit Drogenschnelltests und möglichen Interaktionen:

http://www.healio.com/orthopedics/journals/ORTHO/{E98EF187-30EE-4C8A-BE36-47D0C7FAC694}/A-Review-of-the-Methods-Interpretation-and-Limitations-of-the-Urine-Drug-Screen

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21507878

 

Tox Update – Diphenhydramin Intoxikation

Liebe Freunde der Notfall- und Akutmedizin. Die gestrigen Programmpunkte des Adventssymposiums waren wirklich sehr sehr spannend. Eine weitere Steigerung zu den schon am Freitag präsentierten Themen. Alle Teilnehmer waren sehr zufrieden, obwohl wir sicherlich weiter an unserem Konzept arbeiten werden. So wurde insbesondere der Wunsch nach mehr Diskussionmöglichkeiten geäußert.

Gerne nehme ich den Vortrag des Nürnberger Neurologen Prof. F. Erbguth zum Anlass, um folgenden Artikel aus dem New England Journal of Medicine einzustellen. Weiterlesen

Substanz-Abusus und Entzugssymptome

Häufig stellen sich in Notaufnahmen Patienten mit Symptomen einer Entzugssymptomatik vor. Der Substanzabusus kann hierbei sehr unterschiedlich sein: Alkohol, Benzodiazepine, Psychopharmaka, aber auch Drogen wie Kokain, Heroin etc.

Die Entzugssymptomatik ist hierbei ein Symptomenkomplex, welcher mit kognitiven, emotionalen und psychischen Veränderungen des betroffenen Patienten einhergeht. War macht man nun? Weiterlesen

Klinische Toxikologie – Spice

Was ist Spice? Klingt ja alles sehr harmlos … nun ja, insbesondere young male finden das ganz gut. Spice ist der Überbegriff für synthetische Cannabinoide und wird … weil,der Gesetzgeber nicht schnell genug ist, gerne im Internet zum Verkauf angeboten.

Nun, des öfteren tauchen die User dieser Drogen bei uns zur weiteren medizinischen Betreuung auf. Was erwartet uns hierbei? Weiterlesen

Bradykardie und Hypotonie – was ist eigentlich HIET?

ß-Blocker und Calziumantagonisten gehören zur Standardtherapie des internistischen „Standard“ -Puatienten in der Notaufnahme. Trotz ihres positiven Stellenwertes gilt auch hier: Dosis venenum facit! Was also tun bei versehentlicher, oder auch absichtlicher Überdosierung/Intoxikation? Wie dem – oft sehr instabilen- bradykarden und hypotonen Patienten helfen? Weiterlesen

7. EuSEM meeting in Antalya – Toxikologie

Lars Lomberg hat ja schon ganz kurz über seine Teilnahme an einer Session über Intoxikationen berichtet. Ich war heute in einer Session, in der die häufig genutzten Intoxikationen mit „Life Style Drugs“ diskutiert wurden.

Kollege F. Eyer vom Tox-Zentrum München hat einen hervorragenden Vortrag über die Therapie des Delirium tremens bei Alkoholentzug gemacht. Zum einen ist er kurz auf die „Alkohol Withdrawal Scale“ eingegangen. In Abhängigkeit von der erhaltenen Punktzahl wird ein differenziertes Vorgehen abgeleitet. Dies bedeutet ambulante Therapie mit Benzos bis zu einer abgestuften und differenzierten Therapie, welche stationär erfolgen muss. Sehr plastisch waren für mich seine Ausführungen zu den verschiedenen Wirkungen von Alkohol und daraus abgeleitet die verschiedenen Therapeutika die eingesetzt werden.

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Live from EUSEM aus Antalya

Zunächst einmal freue ich mich sehr, dass mit der Portierung der beiden, meines Wissens nach einzigen Blogs zur Notfallmedizin auf die offizielle Seite unserer repräsentierenden Gesellschaft das Thema webbasiertes Lernen noch populärer wird. Heute geht´s physisch nach Antalya ….
Der Kongress in Antalya ist ausserdem wieder ein guter Ausgangspunkt um untereinander in Kontakt zu treten, auch gerade auf innereuropäischer Ebene. Erfreulicherweise spielt zudem noch das Wetter mit und so scheint der Kongress eine wirklich gute Veranstaltung zu werden. Die Zahl der deutschen Delegierten ist allerdings noch ausbaufähig.
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