Blick über den Zaun: Ist Aspirin obsolet?

Die Behandlung von akut erkrankten Patienten wird immer komplexer. Im NEJM wurde nun eine interessante Studie zum Stellenwert der Triple-Therapie bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern und perkutaner Koronarintervention (PCI) publiziert.
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Neue Leitlinien zur Infarktabklärung ….

Vor kurzem hatten wir uns während der Morgenbesprechung über die Neuerungen der während des ESC Kongresses 2015 erschienenen Leitlinien zum NSTE-ACS ausgetauscht. Etwas überrascht war ich, Weiterlesen

ACCA Toolkit – Kardiovaskuläre Notfälle leicht gemacht

Kennen Sie ACCA der European Society of Cardiology? Es handelt sich um die vor nicht allzu langer Zeit gegründete Arbeitsgruppe der ESC, die sich um kardiovaskuläre Notfälle kümmert. Weiterlesen

Wichtige Studie aus deutschem Notfallzentrum – Die BIC-8 Studie

In dieser Woche war der Jahreskongress der European Society of Cardiology in Amsterdam. Gratulation an Prof. Martin Möckel, Notfallmediziner an der Charite in Berlin, der eine lange verfolgte Idee erfolgreich umsetzen konnte und jetzt die Ergebnisse of der Hot Topics Session vorstellen konnte.

Was wurde untersucht? Weiterlesen

Fancy EKG – Die Patientin mit akuter Atemnot

Danke für die exzellente Rückmeldung zu unserer Rubrik  „Fancy EKG“. Die EKG-Rätsel werden offensichtlich sehr gerne angeschaut. Und sie sind auch spannend. So auch folgender Fall:

Vorstellung einer 79 jährigen Patientin mit akuter Atemnot und Husten in der Notaufnahme. In der Vorgeschichte sind folgende Aspekte erwähnenswert: Diabetes mellitus Typ II, paroxysmales Vorhofflimmern, Z.n. Bauch-Op bei Sigmadiverticulitis vor 4 Jahren. Bekannte art. Hypertonie und bekannte Niereninsuffizienz (offensichtlich hypertensiv bedingt)

Vitalparameter bei Vorstellung:

Atemfrequenz: 28/min; O2-Sätt. 90%, HF 91/min, BD 145/80 mmHg,

GCS 15, Temp. 37.5 °C

Bei der Aufnahme wird folgendes EKG geschrieben (ich bitte die schlechte Qualität zu entschuldigen, kann im Hektik passieren; Schreibgeschwindigkeit 25mm/sec; HF 64/min), zu dem ich folgende Fragen habe:

  1. Beschreiben Sie kurz das 12-Kanal EKG
  2. Welche Arbeitshypothesen leiten Sie aus der Beschwerdesymptomatik und dem EKG ab
  3. Möchten Sie weitere Untersuchungen durchführen? Welche?
  4. Was wäre das weitere Procedere?

 

 

 

 

Fancy EKG – Der junge Patient mit „Chest Pain“

Asche auf mein Haupt. Ich wurde schon mehrfach in der Klinik angesprochen, um endlich die Lösung eines früheren EKG-Beispiels zu geben. Ich hatte das EKG eines Patienten mit Unwohlsein präsentiert. Der Patient hatte eine bekannte Vorgeschichte einer KHK mit Z.n. Infarkt. Rein von der Vortestwahrscheinlichkeit müssen Sie in mehr als 95% der Fälle von einer ventrikulären Tachykardie ausgehen. Und es war auch eine VT.

Da der Patient hämodynamisch wackelig war („kryptischer Schock“) haben wir uns für eine prozedurale Kurznarkose mit Etomidate entschieden und erfolgreich kardiovertiert. Anschließend wurde der Patient weiterhin im EKG monitorisiert und die Indikation zu einem AICD gestellt.
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Prasugrel oder Clopidogrel bei konservativ behandelten Patienten mit non-STEMI

In den Leitlinien der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft werden neuere Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. Prasugrel, Ticagrelor, etc.) bei Patienten mit STEMI und Patienten mit non-STEMI und bekannter Koronaranatomie und geplanter Intervention gegenüber Clopidogrel empfohlen. Rund 40-60 Prozent der Patienten mit non-STEMI werden jedoch keiner Revaskularisierung zugeführt. Wie ist hier der Stellenwert einer Therapie mit Prasugrel?

Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Studie, welche im N Engl J Med publiziert wurde. Insgesamt wurden in der TRILOGY ACS Studie mehr als 9000 Patienten randomisiert auf eine Therapie mit Clopidogrel 75mg 1x/Tag vs. Prasugrel 10mg 1x/Tag bzw. Prasugrel 5mg 1x/Tag bei Patienten mit einem Körpergewicht <60kg bzw. Patienten >75 Jahre alt (Beobachtungszeit bis zu 30 Monate). Die Randomisierung fand innerhalb von 72 Stunden nach Vorstellung der Patienten in der Notaufnahme statt.  Weiterlesen

Chest Pain …. Interessante Protokolle

In einem Gespräch mit den Kollegen diskutierten wir über verschiedene Möglichkeiten, wie bei Patienten mit Chest Pain tatsächlich die identifiziert werden können, die einen Akuten Infarkt bzw. ein Akutes Koronarsyndrom haben. Und die hohe Sensitivität des cTnT trägt durchaus zur Verunsicherung bei.

Nun zu ein paar Fakten bzw. interessanten Daten:
1) Der Biomarker der Wahl bei der Abklärung von akuten Thoraxschmerzen ist zwischenzeitlich das kardiale Troponin (cTnT oder cTnI). Die Bestimmung von CK bzw. CK-MB hat keinen Nutzen und wird deshalb nicht empfohlen. Es sollte aus diversesten Gründen überhaupt nicht mehr bestimmt werden (einzige Indikation könnte sein der Patient mit Niereninsuffizienz bzw. der Patient mit subakuten Infarkt mit erhöhtem Troponin und V.a. Reinfarkt). Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, kann bei Saenger et al. nachlesen: „Requiem for a heavy-weight

2) Nun zum eigentlichen Thema. Gibt es eine Möglichkeit, die Patienten at risk sicher zu identifizieren? Sie kennen ja vielleicht den TIMI-Risk Score, oder den GRACE Risk score, die zumal schon unterstützen. Spannend finde ich eine aktuelle Publikation zum ERLANGER HEARTS 3 Score (hat nichts mit der schönen mittelfränkischen Stadt um die Ecke zu tun). In der Publikation von Fesmire wird der Vorteil dieses Scores diskutiert und gleichzeitig ein Online Calculator angeboten

3) Nachdem wir uns ja mit diesem Thema beschäftigen, hänge ich noch eine aktuelle Studie von der Basler Gruppe dran. Tobias und Kollegen haben einen Algorithmus entwickelt, der anhand der absoluten Werte von cTnThs und den Veränderungen der Werte nach 1h eine Aussage zulässt, welcher Patient einen INfarkt hat und wer nicht. Dies wird die weitere Abklärung von betroffenen Patienten beschleunigen. Ein begleitendes Editorial führt sehr gut auf die entsprechenden Überlegungen bei Chest Pain Patienten ein.

ABER Vorsicht: Diese Untersuchung ist zwar ein Meilenstein nach vorne, aber muss erst noch in anderer Settings validiert werden. Wir verwenden nach wie vor das 3 Stunden-Protokoll, wie es in den Leitlinien empfohlen wird.

Hier noch die zentrale Abbildung der Arbeit von T. Reichlin et al.: