Bleibt die medizinische Ausbildung dem Zufall überlassen?

Möglicherweise haben bereits frühere Generationen den Wissensmangel der nachfolgenden Generationen beklagt. In einem aktuellen Editorial im BMJ wird nun das „Funding“ von Forschung zu „Medical Education“ diskutiert: Weiterlesen

mal wieder Infos zu Fortbildungen

In den letzten Jahren hat R. Bingisser und sein Team ein exzellentes notfallmedizinisches Fortbildungsprogramm entwickelt. Unter MedAcademy.ch sind interessante Themen präsentiert. Aktuell habe ich einen Flyer über den demnächst stattfindenden ESI-Triage Kurs erhalten. Wen es interessiert … einfach anmelden! Viel Spass dabei!

Notfall- und Akutmedizin für Berufseinsteiger – Erster Kurs ausgebucht!

Das grosse Interesse vieler Berufsanfänger an klinischer Notfallmedizin hat die Assistentensektion der DGINA dazu gebracht die seit mehreren Jahren stattfindenden Summer und Winter Schools für Assistenzärzte um ein weiteres Format zu erweitern. Zugeschnitten auf Assistenten in den ersten zwei Berufsjahren und v.a. auch auf Studenten in den letzten klinischen Semestern haben wir eine Hands-On Programm erstellt, welches bereits jetzt, drei Monate vor Beginn ausgebucht ist.

Wir freuen uns auf ein Treffen in Stuttgart, mal sehen, vielleicht gibt es ja schon bald eine Wiederholung…?

Programm Berufseinsteiger Fortbildung Stuttgart

 

 

Live aus München – Fortbildung in Notfallmedizin

Die Fahrt nach München zur Notfallmedizin-Fortbildungveranstaltung von Prof. Christoph Dodt in München Bogenhausen war bei diesem wunderschönen Sonnenwetter ein Genuss. Gute Unterhaltung und die Fahrt verflog wie im Sauseschritt. Im Vortragssaal angekommen, trifft man gleich die Kollegen aus den anderen Kliniken. Der Arbeitskreis Klinische Notfallmedizin Bayern hat sich zwischenzeitlich zu einer kleinen Familie entwickelt. Macht wirklich Spass, trotz der hohen Arbeitsbelastung muss man sich die Zeit dieser Zusammenkunft nehmen.

Und dann ist der Startschuss:

PD Dr Wehler beschäftigte sich mit dem infektiologischen Thema der Hautweichgewebsinfektionen (HWGI). Die diagnostischen Kriterien sind offensichtlich sehr schwammig, die möglichen Ursachen sind vielfältig, neben den bekannten Faktoren (Tierbiss, Verletzungen, etc.) sind auch weniger uns bekannte Faktoren wie der in der Beautyszene verwendete Loofah-Schwämme im Whirlpoll etc. beteiligt (Loofah Sponge Syndrome!):

Der Stellenwert der antiinfektiven Therapie bei HWGI ist bisher wenig valide untersucht. Eine entsprechende Metaanalyse ist ernüchternd.

Dies ist sehr erstaunlich, denn HWGI sind eine mit hoher Morbidität und Letalität assoziierte Erkrankungenen. Es bleibt deshalb nichts anderes übrig, als sich auf die Empfehlungen von der Paul-Ehrlich Gesellschaft zu verlassen, die sich an isolierte Erreger von HWGI orientiert.

Die Dauer der Gabe von Antiinfektiva orientiert sich an dem Schweregrad und der Art der Infektion. Dann stellt Markus noch eine hervorragende multizentrische Studie aus Deutschland vor. Die Kollegen konnten zeigen, dass die Gabe von Moxifloxacin der Gabe von PIP/Comp nicht unterlegen ist. Ein Behandlungserfolg war in 90% nachweisbar.

Dann wird nochmals die Gefährlichkeit von Katzenbissen trotz der banal aussehenden Wunden betont. Also aufpassen und handchirurgisch vorstellen!
Abschliessend stellt PD Dr. Wehler noch einen Algorithmus vor, wann in dieser Situation ein Patient stationär aufgenommen werden muss, und stellt nochmals die Alarmsymptome in den Vordergrund (inadäquater Schmerz bei eigentlich gering ausgeprägten Symptomen bei der Inspektion). In der Diskussion wird nochmals der hohe Stellenwert der chirurgischen Exploration aufgezeigt und kommuniziert.

Kollege Uwe Neddermeyer aus Rosenheim stellt einen spannenden Fall eines Patienten mit Leberabszessen nach einem oropharyngealen, aber adäquat behandelten Infekt vor. Auslöser war ein Streptokokkus intermedius Infekt, welcher in der Diagnostik während wiederholten Vorstellungen grosse Schwierigkeiten bereitet hat. Spannend und gut aufbereitet!

Dann kommt ein wie immer in hervorragender Weise ausgeführter Vortrag von Prof. Dodt zum Thema Sepsistherapie: Kill the Killers! Ein Ausflug in die Leitlinien der Sepsistherapie. Anhand eines praktischen Beispiels einer jungen Patientin mit Meningokokkensepsis geht Christoph auf die Probleme der Diagnostik ein und führt uns Zuhörer durch die Pathophysiologie der Sepsis und abgeleitete Therapieoptionen. Auch die Enttäuschungen der Sepsistherapie (aktiviertes Protein C, TNF Rezeptorantikörper etc.) …. Paradise Postponed! Kennt jemand diese amerikanische TV- Serie?

Eine mögliche Lösung ist die klar definierte, prozessorientierte Einleitung der wichtigen Säulen der Sepsitherapie: antibiotische Therapie, Volumengabe und Herdsanierung. Imtegriert ist dies in den Sepsisbundles der Surviving Sepsis Campaign. Christoph arbeitet auch nochmals die Bedeutung der Immunabwehr heraus: Ein Patient unter Immunsuppression wird nicht die üblichen Kriterien erfüllen. Also aufpassen und Immunsuppression erfragen!
In München gibt es Aktivitäten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes München mit den Notaufnahmen. Kollege Hess, der hier sehr aktiv ist, sagte mir, dass die Ausbildungsaktivitäten in Kürze beginnen. Wichtige Botschaft von C. Dodt: Die Sepsistherapie beginnt im Western Style: Erst schiessen, dann fragen 😉

Die weitere Veranstaltung setzt sich in qualitativ hochwertigen Vorträgen fort. Neben Übersichtsthemen zu multiresistenten Keimen bringen klinisch praxisnahe Fallbesprechungen viele Informationen an die Zuhörer. Laden Sie sich die Vorträge auf Ihren Rechner! Die Vortragsfolien werden in Kürze auf unserer Homepage eingestellt. Schauen Sie bei www.akn-b.de vorbei, es lohnt sich!