It´s raining: Endtidale CO2 Messung und Lungenarterienembolie

It´s a rainy day … oder besser, es wird vermutlich gewittern … deshalb heute ein etwas ausführlicheres Thema: Vor zwei Wochen hatten wir drei sehr spannende notfallmedizinische Themen auf unserem Qualitätszirkel diskutiert (meist erster Mittwoch im Quartal, gerne in unserem Sekretariat nachfragen!). Durch den Diskussionsvorschlag einer anästhesiologischen Kollegin wurde ich angeregt, mich nochmals intensiver mit der aktuellen Literatur zu beschäftigen. Aber nun eins nach dem anderen. Weiterlesen

Tumorscreening bei tiefer Beinvenenthrombose

Hello again. Nach längerer Sendepause greife ich gerne wieder die Diskussion interessanter Studien auf, die unser tägliches Handeln nachhaltig verändern.
Gerne wird bei der Visite diskutiert, bei einem Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie ein „Tumorscreening“ durchzuführen. Auch aufwändige Untersuchungen wie Schnittbilddiagnostik werden veranlasst.
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Diskussion der Top Web 2.0 Notfallmediziner über Ultraschall der Lungenembolie

Google Hangout ist der neueste Schrei in der Welt der notfallmedizinischen Web-Ressourcen. Im angeführten Beispiel diskutieren 6 Spezialisten aus dem Bereich Emergency Ultrasound Wissenswertes zum Notfall-Echo bei Verdacht auf Lungenembolie: Weiterlesen

Notfallmedizin-Links: ERCast – kann man den D-Dimer Normalwert anheben?

Die wahren Vordenker der Notfallmedizin publizieren zwar noch immer in den etablierten Journals, aber die Inhalte werden via Netz schon um einiges schneller weiterverbreitet als in der traditionellen Art. Mal ein Gedankenspiel:

Was wäre wenn man zum Beispiel den Cut-Odd Wert für D-Dimer bei Lungenembolieverdacht anheben könnte, sagen wir einfach mal um das Doppelte? Weiterlesen

Ambulante Behandlung der Lungenarterienembolie

Ein Widerspruch in sich selbst? Nun ja, es gibt tatsächlich einige wichtige Arbeiten, welche klare Hinweise aufzeigen, dass Patienten mit einer Lungenarterienembolie mit extrem niedrigen Risiko auch ambulant behandelt werden können.

An dieser Stelle möchte ich gerne auf eine im August erscheinende Arbeit aus Curr Opin Crit Care verweisen. Exzellent geschrieben und einen hervorragenden Überblick über den Stand der Wissenschaft gebend.

Interessant ist vor allem, dass die Autoren einen Bogen von der Risikostratifizierung zu neuen Therapieoptionen mit oralen Antikoagulantien machen. Aber lassen Sie mich von Anfang beginnen:

Die 90Tage Sterblichkeit bei Patienten mit akuter Lungenarterienembolie reicht von unter 1% bis zu 65%. In den letzten Jahren wurde grußer Aufwand betrieben, insbesondere die very low Risk Gruppe zu identifzieren. Der sicherlich am besten untersuchte Score ist der „Pulmonary Embolism Severity Index“ (PESI). Verschiedene Items wie Demographie, Comorbidität, und klinische Befunde unterstützen, die Patienten mit niedrigem Risiko zu identifizieren. Modifikationen des PESI (sPESI), der RIETE Score, der POMPE-C Score und verschiedene Imaging Möglichkeiten (Echo, CT) einschließlich der Verwendung von Biomarkern unterstützen in anderen Modellen, diese Niedrigstrisikogruppe zu identifizieren. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass offensichtlich ein cTnThs Wert <0.014 µg/L alle Patienten identifiziert, welche kein frühes unerwünschtes Ereignis aufweisen. Insbesondere die Kombination mit einer Echokardiographie scheint prognostisch einen hohen Stellenwert zu haben. Hier ist die Literaturstelle.

Und dann wird ein interessanter Bogen zu der Verwendung von neuen oralen Antikoagulantien gemacht. In anderen Worten unterstützt die Verwendung von Rivaroxaban das schnellere Management von Patienten, die dieser Lowest-Risk Gruppe zugeordnet werden kann. Mit anderen Worten ist keine SChulung hinsichtlich der Gabe von LMWH bzw. Marcumar erforderlich. CAVE: Die Zulassung von Rivaroxaban in dieser Thematik ist noch pendent. Die entsprechenden Daten entnehmen Sie der EINSTEIN-PE Studie (2x 15mg/d Rivaroxaban für 21 Tage, dann 20mg Rivaroxaban für die weitere OAK) . Ähnliche Daten zeigt eine Subgruppenanalyse der RE-COVER Studie mit Dabigatran (2x 150mg/d) und weitere Daten werden aus der noch laufenden Studie mit Apixaban erwartet (AMPLIFY).

Im Paper wird dann nochmals dezidiert auf das abgestimmte therapeutische Vorgehen eingegangen.

Meine persönlcihe Meinung: sehr interessanter Ansatz, wir führen bei Patienten mit Very-Low-Risk LE meist eine Kurzzeithospitalisation durch (24h) und entlassen nach SChulung den Patienten in die ambulante Betreuung. Wer weiss, wie lange es gedauert hat, Patienten mit TBVT ambulant zu führen, kann sich vorstellen, welche Dinge zu erwarten sind, wenn Patienten mit Lungenarterienembolie ambulant weiterbetreut werden.

PS: Geneigte Leserinnen und Leser des Blogs werden sehen, dass ich den Begriff „Lungenarterienembolie“ verwendet habe …. sprachlich unklar ist einigen, was eine „Lungenembolie“ eigentlich sein soll. Schließlich wird ja die Lungenarterie „verstopft“. Also …. Lungenarterienembolie ist die korrekte Terminologie 😎