ECMO für Überlebende eines Herz-Kreislauf-Stillstands?

Guten Morgen! Habe gerade einen sehr spannenden Artikel im Crit Care Med gelesen:

Kollegen aus Japan haben in einem statistisch sehr aufwändigen Artikel den Stellenwert einer extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation mit der „Standard Care“ verglichen. Weiterlesen

Shocking Events – Reanimation vor Loch Neun

Hier möchte ich nur kurz auf einen extrem gut geschriebenen Case-Report in „Circulation“ verweisen: Eine junge Patientin (über vierzig) bricht auf dem Golfplatz zusammen (vor Loch Neun). Sie wird erfolgreich reanimiert und dann invasiv abgeklärt.

Als Ursache des Ereignisses wird eine Prinzmetal Angina (Vasospasmus) diagnostiziert. Der Fall ist extrem lehrreich aufgearbeitet. Absolut spannend zu lesen und für den Notfallmediziner sicherlich eine absolute Bereicherung.

L.A. confidential – CPR ohne Thoraxkompression?

Heute ist wieder ein typischer Samstag im November. Trüb, schmuddelig … Ideal, um sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Sie wissen, dass vor 2 Wochen die Jahrestagung der amerikanischen Kardiologen war. Insgesamt war der Kongress nicht so schlagkräftig, wie früher. Trotzdem gab es ein paar sehr interessante Entwicklungen.

Zunächst möchte ich Sie auf ein Videopodcast auf www.theheart.org hinweisen (Direkter Link hier). Für www.theheart.org können Sie sich kostenlos registrieren lassen. Eine aktuelle und gute Präsentation kardiologischer und notfallrelevanter Themen. Weiterlesen

Update – Routinemäßige Koro bei Out-of-Hospital Cardiac Arrest?

Vor kurzem hatte ich Ihnen über die 5. Chain of Survival bei Reanimation berichtet. Klar ist zwischenzeitlich, dass die Nachsorgephase nach Reanimation ebenso wichtig scheint, wie die eigentliche Reanimation etc. Nicht eine isolierte Maßnahme, sondern die Kombination mehrerer Maßnahmen führt zu positiven Effekten für die betroffenen Patienten.

Erwähnt hatte ich u.a. auch, dass offensichtlich eine frühzeitige Koronarangiographie bei Patienten nach „Out of Hospital Cardiac Arrest“ sinnvoll scheint. Diesem Thema widmet sich ein hervorragend geschriebenes Editorial in der Zeitschrift Nofall- und Rettungsmedizin. Weiterlesen

Pressearbeit Reanimation – Geteiltes Echo

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Eiiner der letzten Links zu einer kanadischen Werbung für die Reanimation (http://www.theundeading.ca/), die mir ein Kollege zur Info gemailt hat, hat offensichtlich zu einer sehr geteilten Meinung geführt. Ähnlich wurde dies zu einem früheren Zeitpunkt auch mit diesem schon etwas gewöhnungsbedürftigen Video zur Reanimation diskutiert, die von vielen als sexistisch gesehen wird. Obwohl …. Weiterlesen

Diskussion der Top Web 2.0 Notfallmediziner über Ultraschall der Lungenembolie

Google Hangout ist der neueste Schrei in der Welt der notfallmedizinischen Web-Ressourcen. Im angeführten Beispiel diskutieren 6 Spezialisten aus dem Bereich Emergency Ultrasound Wissenswertes zum Notfall-Echo bei Verdacht auf Lungenembolie: Weiterlesen

Ein Evergreen – Kardiogener Schock

Der kardiogene Schock begleitet mich seit einigen Tagen: Angefangen bei einer aktuellen N Engl J Med Arbeit aus Deutschland (randomisiert, prospektive Multicenterstudie), in der überraschenderweise bei fast 600 Patienten gezeigt werden konnte, dass eine IABP bei Patienten mit kardiogenem Schock und umgehender Revaskularisierung keine Überlegenheit gegenüber der intensivmedizinischen Standardtherapie hat. Sehr überraschend …. und auch ernüchternd. Die Studie ist methodisch einwandfrei durchgeführt …. IABP ade, zumindest für diese Indikation. Weiterlesen

Resuscitation Science – The 5th link of the chain of survival

Chain of survival? Kennen Sie? Wirklich? Nun…

Sie kennen sicherlich die üblichen Abbildungen, die die aufeinanderfolgenden Schritte der Rettungskette bei plötzlichem Herztod beschreiben. Aber, wie Sie in der Abbildung erkennen, es sind nur 4 Ringe ….

Wenn Sie die aktuellen Leitlinien zur Reanimation durchlesen, werden Sie feststellen, dass zwischenzeitlich ein weiterer Ring, der 5. Ring der Reanimation propagiert wird (Postresuscitation Care). Nun, was gehört hier dazu? Auf dem EuSEM Meeting in Antalya hat W. Behringer aus Österreich, der zahlreiche Forschungsarbeiten zur Hypothermie mit dem Reanimationspapst Peter Safari gemacht hat, klare Statements zu diesem Konzept präsentiert:

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Adrenalin bei REA – Wirklich sinnvoll?

Verzeihen Sie die Sendepause in den letzten Tagen. Ich war sehr eingebunden in die DGINA Jahrestagung in Berlin. Die Jahrestagung der DGINA hat wieder zugelegt. Sowohl inhaltlich als auch vom Veranstaltungsort top. Nun aber mal wieder etwas Inhaltliches.

In einer Session über aktuelle notfallmedizinische Publikationen berichtete U Kreimeier aus München über eine Metaanalyse, die den Stellenwert von Adrenalin gegenüber Placebo bei der out-of-hospital Reanimation untersuchte.
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Wie bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufgrund der Ergebnisse einer retrospektiven Analyse berichtet, führt die Gabe von Adrenalin zu einem höheren Anteil von Patienten, die wieder einen spontanen Rhythmus aufweisen, aber im Follow-up zeigt sich, dass Adrenalin gegenüber Placebo keinen Vorteil aufweist. Auch Vasopressin bietet keine Vorteile (bzw. Nachteile) gegenüber Adrenalin und damit auch Placebo.
Kollege Kreimeier, der Mitglied in der Taskforce ALS des ERC ist, sagt, dass momentan keine Änderung an den Reanimationsempfehlungen erfolgen sollte. Trotzdem sind diese Ergebnisse erstaunlich und auch ernüchternd. Für die Kollegen der Präklinik gibt die Studie noch eine andere Botschaft: Wenn man einen Spontanrhythmus eines Patienten erreicht, bedeutet dies nicht, dass damit auch das Überleben gesichert ist. Manche seit langen Jahren praktizierten Vorgehensweisen müssen offensichtlich einer Prüfung unterzogen werden. Auch das Editorial ist lesenswert.

Hot Topics Notfallmedizin – Reanimation und Coro

Wann soll ein Patient nach einer out-of-hospital Reanimation koronarangiographiert werden? Die Leitlinien empfehlen die Koronarangiographie, wenn ein konkreter Anhalt für einen akuten Verschluß eines Herzkranzgefäßes vorliegt. Aber wie machen sie dies praktisch? Ehrlich gesagt, ich finde dies regelmäßig ungeheuer schwierig. Die vorhandenen klinischen Zeichen und Untersuchungsergebnisse lassen nur eingeschränkt eine konklusive Entscheidungsfindung zu. Nach einer Reanimation ist nicht nur das EkG unspezifisch verändert.

Dieser Thematik geht eine Studie in Crit Care Med nach. 422 Reanimationen, die systematisch koronarangiographiert wurden, wurden post-hoc analysiert. 46% der Patienten hatten einen akuten Verschluß eines Herzkranzgefäßes.

Es ist erstaunlich: weder das Vorhandensein einer ST Elevation noch erhöhte Troponinspiegel nach Eintreffen im Krankenhaus unterstützen akkurat bei dieser Feagestellung. Klar, beide Untersuchungsgebnisse sind unabhängige Prädiktoren für einen akuten Verschluss dee Koronargefäße (und damit der Notwendigkeit der Koronarangiographie), aber klinisch anwendbar ist dies in dieser ex ante zu treffenden Entscheidung nur eingeschränkt.

Was bedeutet dies konkret?
Patienten, die auf Intensivstationen eingeliefert werden, die direkt einer aktiven invasiven Kardiologie angeschlossen sind, werden frühzeitig eine Koronarangiographie erhalten. In anderen Abteilungen wird dies mit Schwierigkeiten verbunden sein. Wie geht man bei Ihnen in der Klinik mit dieser Fragestellung um? Haben Sie sich diesbzgl schon konkrete Gedanken gemacht?