Volume reloaded part 2

Einen wunderschönen Guten Morgen! Die DGINA Tagung ist wieder in vollem Gange und man ist wirklich baff, dass seit der DGINA Tagung in Nürnberg schon wieder ein Jahr vergangen ist. Heute möchte ich nochmals auf das Thema „Volumengabe“ beim Notfall/Intensivpatienten eingehen. In einer … Weiterlesen

Stupid, it’s the volume – Live vom Stuttgarter Intensivkongress

In Ahnlehnung an den Wahlkampfslogan von Bill Clinton (dort ging es nicht um „volume“, sondern um „economy“) hat Prof. Briegel aus München die Thematik der Volumengabe bei Patienten mit Sepsis und septischen Schock reflektiert und diskutiert.

Die hämodynamische Unterstützung mittels Volumen gehört zur Conditio sine qua non in der Akutmedizin. Wir versuchen in unseren Protokollen 1000mL Flüssigkeit (Kristalloide) in den ersten 30-60min bei Sepsispatienten zu applizieren. Auch aufgrund der verschiedenen Daten (u.a. auch Rivers, der innerhalb der ersten 6h nach Rekrutierung der Patienten aagrressiv Volumen therapierte, verfolgt dieses Konzept) stehen wir nach wie vor auf eine frühe, etwas freizügige Gabe von Volumen. Aber im weiteren Verlauf sollte die Volumengabe eher restriktiv erfolgen.

In der Studie von Boyd profitieren die Sepsispatienten am meisten, die max. 3l Volumen in den ersten 12 Stunden erhalten haben und auch über die weiteren Tage kumulativ eine eingeschränkte Volumenmenge erhalten haben. Lesen Sie auch das begleitende Editorial.

Ähnlich diskutiert auch Prof Briegel: Frühzeitig ausreichend Volumen, anschliessend eher restriktiv scheint die aktuell favorisierte Vorgehensweise zu sein.

Der Wandel in der Medizin wird auch durch einen Kommentar (siehe unten) nochmals thematisiert. Verwiesen wird hierbei auf ein exzellentes Manuskript von australischen Forschern um Hilton. Wirklich lesenswert! Danke für den Hinweis!

Take home message ist deshalb, dass die Volumentherapie nicht so standardisiert ablaufen kann, wie es organisatorisch wünschenswert wäre. Auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt, regelmässig überprüft und bedarfsgerecht adaptiert lautet die aktuelle Empfehlung und nicht vgessen, dass zu hohe kumulative Volumenmengen mit erhöhter Sterblichkeit assoziiert sind.