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DGINA empfiehlt Teilnahme an Umfrage zur Auswirkungsanalyse eines gestuften Systems von Notfallstrukturen

Das IGES-Institut hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) an alle Krankenhäuser Deutschlands einen Fragebogen für die Auswirkungsanalyse des vom G-BA geplanten gestuften Systems von Notfallstrukturen in Krankenhäusern gesendet. Da eine realitätsnahe Analyse der Auswirkungen nur auf einer umfassenden Datenbasis möglich sein wird, bittet die DGINA alle Krankenhäuser um ihre aktive Beteiligung.

Der G-BA hat vom Gesetzgeber den Auftrag erhalten, ein gestuftes System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern zu entwickeln. Für jede Stufe der Notfallversorgung sollen Mindestvorgaben zur Art und Anzahl von Fachabteilungen, zur Anzahl und Qualifikationen des vorzuhaltenden Fachpersonals sowie zum zeitlichen Umfang der Bereitstellung von Notfallleistungen differenziert festgelegt werden. Auf dieser Basis sollen dann Zu- und Abschläge für die Teilnahme bzw. Nichtteilnahme an der Notfallversorgung vereinbart werden.

Das Engagement der DGINA für die Professionalisierung der klinischen Notfallversorgung und die Anerkennung ihres hohen Stellenwerts für die qualitative Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems trug damit weitere Früchte. Aufgrund der aktuellen Gesetzgebung hat die DGINA bereits im Frühjahr 2016 ihr Konzeptpapier zur Organisation und Stufung der Notfallversorgung an den G-BA, den GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) gerichtet. Darin waren beispielsweise auch erstmals Empfehlungen zur nicht-ärztlichen Personalausstattung von Notaufnahmen sowie weitere – für uns inzwischen selbstverständliche – Mindestvoraussetzungen für eine qualitative Notfallversorgung enthalten. Viele dieser Konzeptideen haben im Beratungsprozess des G-BA Gehör und in die Synopsis der zu entschließenden Strukturmerkmale Eingang gefunden.

Bisher konnte auf Bundesebene kein Konsens zwischen den Vorstellungen von GKV-SV und DKG, wie auch den weiteren Beteiligten im G-BA (Kassenärztliche Bundesvereinigung und Vertreter der Bundesländer) hergestellt werden. Dabei sprechen sich inzwischen neben der DGINA auch andere medizinischen Fachgesellschaften Deutschlands für ein qualitätsorientiertes und abgestuftes Notfallversorgungskonzept aus, das allerdings deutliche Auswirkung auf die Ressourcenverteilung im Notfallversorgungssystem haben wird.

Um die Auswirkungen einer abgestuften Notfallversorgung besser abschätzen zu können wurde der G-BA vom Gesetzgeber Ende letzten Jahres beauftragt, vor Beschlussfassung eine Folgenabschätzung durchzuführen. Dazu hat der G-BA das IGES-Institut mit der Auswirkungsanalyse der unterschiedlichen Versionen der geplanten Richtlinie beauftragt. Ein entsprechender Fragebogen für die Krankenhäuser wurde inzwischen im G-BA konsentiert und kürzlich vom IGES-Institut an alle Krankenhäuser versendet.

Nach Einschätzung der DGINA kann nur ein qualitätsorientiertes System von Notfallstrukturen Verbesserungen in der klinischen Notfallversorgung mit sich bringen. Entscheidend für die weiteren Planungen wird eine umfangreiche und aussagekräftige Datenbasis des Status quo sein, um insbesondere auch die Frage der Flächendeckung der künftigen stationären Notfallversorgung bewerten zu können. Daher möchten wir Sie herzlich bitten, an der Umfrage konstruktiv mitzuwirken.

Bieten Sie Ihrer Klinikleitung als Empfänger des Fragebogens Ihre freundliche Unterstützung an und lassen Sie uns gemeinsam auf einen allseits konstruktiven Dialog über aussagekräftige Umfrageergebnisse hoffen!


Autor: Prof.Dr.med. Christoph Dodt und Dr. Timo Schöpke
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 23.07.2017
(C) Titelbild: Marcos Luiz/Unsplash


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