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DGINA verlässt SmED-Beirat des ZI

Grund sind Differenzen mit dem Zentralinstitut für Kassenärztliche Versorgung (Zi) über die Einführung eines softwarebasierten Ersteinschätzungssystems auch am Notaufnahme-Tresen in Krankenhäusern.

„Die DGINA hat im Beirat die Entwicklung von SmED für den ärztlichen Bereitschaftsdienst am Telefon unter der Nummer 116 117 begleitet. Dieser Prozess ist jetzt weitgehend abgeschlossen“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. „Hier möchten wir uns ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken.“

Zum Rückzug aus dem Beirat erklärt Prof. Dr. Harald Dormann, Mitglied des Beirats und DGINAVorstand: „Zum jetzigen Zeitpunkt hält es die DGINA nicht für erforderlich, ein derartiges System auch für den Tresen der Notaufnahmen zu entwickeln. Dort werden nämlich bereits validierte Ersteinschätzungssysteme angewandt.“

Die DGINA befürchtet, dass aufgrund des politischen Drucks, das Ersteinschätzungssystem auch in Krankenhäusern einzuführen, wissenschaftliche Kriterien nicht ausreichend berücksichtigt werden und dass die Diskussion zur Ersteinschätzung am Tresen nicht ergebnisoffen geführt wird.

Die DGINA warnt außerdem davor, ein System zur Patientensteuerung in Versorgungsebenen vor einem Arztkontakt einzuführen, bevor die Versorgungsstrukturen nicht klar definiert sind. Das würde die Patientensicherheit gefährden.

„Der Rückzug aus dem Beirat bedeutet nicht, dass sich die DGINA der Weiterentwicklung von Ersteinschätzungssystemen verschließt – im Gegenteil. Wichtig ist aber, dass die Patientensicherheit und eine gute notfallmedizinische Versorgung gewahrt bleiben“ erklärt Pin.

Die DGINA möchte die Diskussion zu den Herausforderungen der Notfallversorgung mit allen Beteiligten weiterführen und diese auf eine thematisch breitere Grundlage stellen. Daher wird die notfallmedizinische Fachgesellschaft in Kürze zu einem Runden Tisch Notfallversorgung einladen.


Autor: Pressestelle
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 17.03.2021



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Grund sind Differenzen mit dem Zentralinstitut für Kassenärztliche Versorgung (Zi) über die Einführung eines softwarebasierten Ersteinschätzungssystems auch am Notaufnahme-Tresen in Krankenhäusern.

„Die DGINA hat im Beirat die Entwicklung von SmED für den ärztlichen Bereitschaftsdienst am Telefon unter der Nummer 116 117 begleitet. Dieser Prozess ist jetzt weitgehend abgeschlossen“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. „Hier möchten wir uns ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken.“

Zum Rückzug aus dem Beirat erklärt Prof. Dr. Harald Dormann, Mitglied des Beirats und DGINAVorstand: „Zum jetzigen Zeitpunkt hält es die DGINA nicht für erforderlich, ein derartiges System auch für den Tresen der Notaufnahmen zu entwickeln. Dort werden nämlich bereits validierte Ersteinschätzungssysteme angewandt.“

Die DGINA befürchtet, dass aufgrund des politischen Drucks, das Ersteinschätzungssystem auch in Krankenhäusern einzuführen, wissenschaftliche Kriterien nicht ausreichend berücksichtigt werden und dass die Diskussion zur Ersteinschätzung am Tresen nicht ergebnisoffen geführt wird.

Die DGINA warnt außerdem davor, ein System zur Patientensteuerung in Versorgungsebenen vor einem Arztkontakt einzuführen, bevor die Versorgungsstrukturen nicht klar definiert sind. Das würde die Patientensicherheit gefährden.

„Der Rückzug aus dem Beirat bedeutet nicht, dass sich die DGINA der Weiterentwicklung von Ersteinschätzungssystemen verschließt – im Gegenteil. Wichtig ist aber, dass die Patientensicherheit und eine gute notfallmedizinische Versorgung gewahrt bleiben“ erklärt Pin.

Die DGINA möchte die Diskussion zu den Herausforderungen der Notfallversorgung mit allen Beteiligten weiterführen und diese auf eine thematisch breitere Grundlage stellen. Daher wird die notfallmedizinische Fachgesellschaft in Kürze zu einem Runden Tisch Notfallversorgung einladen.

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