×

DGINA warnt vor Kollaps der Notaufnahmen

Auch in diesem Jahr sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser in den Wintermonaten überfüllt, die Patienten stehen auf den Gängen, die Pflegekräfte und Ärzte sind überlastet. Trotzdem werden die Notaufnahmen von den Rettungsdiensten weiter angefahren – die Leitstellen finden kaum noch Krankenhäuser, die reguläre Aufnahmekapazitäten anbieten. Besonders kritisch ist die Lage bei Intensivkapazitäten und für infektiöse Patienten mit Keimen, die hochansteckend oder hochresistent sind. Diese Situation ist aktuell in allen deutschen Notaufnahmen zu beobachten, meldet die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) Berlin.

"Natürlich erfüllen die Krankenhäuser ihren gesetzlichen Auftrag und nehmen die Patienten auf, auch wenn Betten auf Allgemein- und Intensivstationen fehlen, dazu besteht eine gesetzliche Verpflichtung", erklärt der Präsident der DGINA, Martin Pin. "Wenn aber keine Betten im Krankenhaus zur Verfügung stehen, bleiben die Patienten in der Notaufnahme und die ist dann hoffnungslos überfüllt. Das gefährdet die Gesundheit der Patienten und des Personals", ergänzt Pin. Problematisch sei vor allem die Versorgung von schwer erkrankten, oft alten und hilfsbedürftigen Menschen.

Eine Ursache für die Überfüllung der Notaufnahmen ist der Anstieg der Grippefälle im Winter. Aber das ist nur ein Aspekt der hohen Belegung in den Wintermonaten. Gleichzeitig sind in der kalten Jahreszeit mehr Krankenhausbetten mit geplanten Aufnahmen belegt, da die Patienten weniger dringliche Krankenhausaufenthalte ungern auf die Sommermonate legen. "Für die Krankenhäuser ist es im deutschen Fallpauschalensystem finanziell häufig attraktiver, viele geplante Patienten zu versorgen als sich an der Notfallversorgung zu beteiligen", sagt Martin Pin.

Deswegen plädiert die DGINA für eine Vergütungsstruktur, die keinen Anreiz bietet, geplante Aufnahmen den Notfallaufnahmen vorzuziehen. Im Vergütungssystem müssten eher die Patientenaufnahmen im Notfall, die einen hohen Vorhaltungsaufwand für das Krankenhaus bedeuten, deutlich besser gestellt werden.


Autor: Martin Pin
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 12.04.2018



Cake\ORM\Entity Object ( [id] => 65 [title] => DGINA warnt vor Kollaps der Notaufnahmen [excerpt] => Finanzielles Ungleichgewicht zwischen geplanten Krankenhausaufnahmen und Notfallaufnahmen behindert eine bedarfsgerechte Notfallversorgung [content] =>

Auch in diesem Jahr sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser in den Wintermonaten überfüllt, die Patienten stehen auf den Gängen, die Pflegekräfte und Ärzte sind überlastet. Trotzdem werden die Notaufnahmen von den Rettungsdiensten weiter angefahren – die Leitstellen finden kaum noch Krankenhäuser, die reguläre Aufnahmekapazitäten anbieten. Besonders kritisch ist die Lage bei Intensivkapazitäten und für infektiöse Patienten mit Keimen, die hochansteckend oder hochresistent sind. Diese Situation ist aktuell in allen deutschen Notaufnahmen zu beobachten, meldet die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) Berlin.

"Natürlich erfüllen die Krankenhäuser ihren gesetzlichen Auftrag und nehmen die Patienten auf, auch wenn Betten auf Allgemein- und Intensivstationen fehlen, dazu besteht eine gesetzliche Verpflichtung", erklärt der Präsident der DGINA, Martin Pin. "Wenn aber keine Betten im Krankenhaus zur Verfügung stehen, bleiben die Patienten in der Notaufnahme und die ist dann hoffnungslos überfüllt. Das gefährdet die Gesundheit der Patienten und des Personals", ergänzt Pin. Problematisch sei vor allem die Versorgung von schwer erkrankten, oft alten und hilfsbedürftigen Menschen.

Eine Ursache für die Überfüllung der Notaufnahmen ist der Anstieg der Grippefälle im Winter. Aber das ist nur ein Aspekt der hohen Belegung in den Wintermonaten. Gleichzeitig sind in der kalten Jahreszeit mehr Krankenhausbetten mit geplanten Aufnahmen belegt, da die Patienten weniger dringliche Krankenhausaufenthalte ungern auf die Sommermonate legen. "Für die Krankenhäuser ist es im deutschen Fallpauschalensystem finanziell häufig attraktiver, viele geplante Patienten zu versorgen als sich an der Notfallversorgung zu beteiligen", sagt Martin Pin.

Deswegen plädiert die DGINA für eine Vergütungsstruktur, die keinen Anreiz bietet, geplante Aufnahmen den Notfallaufnahmen vorzuziehen. Im Vergütungssystem müssten eher die Patientenaufnahmen im Notfall, die einen hohen Vorhaltungsaufwand für das Krankenhaus bedeuten, deutlich besser gestellt werden.

[attachment_1] => 5b72e1cb822f7.pdf [attachment_2] => [attachment_3] => [attachment_name_1] => [attachment_name_2] => [attachment_name_3] => [img] => [img_dir] => webroot/uploads/News/5b72e1cb7efe3 [image_source] => [published] => 1 [department_id] => 1 [user_id] => 0 [author] => Martin Pin [date] => Cake\I18n\Time Object ( [time] => 2018-04-12T14:00:15+00:00 [timezone] => UTC [fixedNowTime] => ) [terms_accepted] => 1 [meta_title] => [meta_description] => [open_graph_title] => [open_graph_description] => [department] => Cake\ORM\Entity Object ( [id] => 1 [name] => Pressestelle [[new]] => [[accessible]] => Array ( [*] => 1 ) [[dirty]] => Array ( ) [[original]] => Array ( ) [[virtual]] => Array ( ) [[errors]] => Array ( ) [[invalid]] => Array ( ) [[repository]] => Departments ) [[new]] => [[accessible]] => Array ( [*] => 1 ) [[dirty]] => Array ( ) [[original]] => Array ( ) [[virtual]] => Array ( ) [[errors]] => Array ( ) [[invalid]] => Array ( ) [[repository]] => News )

Empfehlen Sie diesen Artikel weiter: