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Pressemitteilung der DGINA zum Eckpunktepapier zur Reform der Notfallversorgung

Die DGINA begrüßt die Initiative des Bundesgesundheitsministers zur Neuordnung der Notfallversorgung. Der Aufbau von Gemeinsamen Notfallleitstellen, die Einrichtung von Integrierten Notfallzentren durch die Länder an durch den G-BA als Notfallstandort ausgewiesenen Krankenhäusern und die Überführung des Rettungsdienstes als medizinischen Leistungsbereich in das SGB V sind richtige und wichtige Maßnahmen. Die Steuerung der Notfallpatienten zu verbessern und für jeden Notfallpatienten ein abgestimmtes Behandlungsangebot anzubieten, ist ein wesentlicher Aspekt der Neustrukturierung und Zentralisierung der Notfallversorgung.

 

1. Integrierte Leitstellen und Patientensteuerung

Ein wichtiger Aspekt in der Neuordnung der Notfallversorgung ist die Patientensteuerung über Gemeinsame Notfallleitstellen. Patienten, die sich an die Leitstelle wenden und nicht in einer Notfalleinrichtung behandelt werden müssen, benötigen verbindliche, zeitnah verfügbare vertragsärztliche Versorgungsstrukturen. Das bedeutet verlängerte Praxisöffnungszeiten und Vergabe garantierter Termine am gleichen Tag. Aktuell ist diese notwendige Verfügbarkeit nicht flächendeckend gegeben. Das zeigt sich gerade um die Weihnachtsfeiertage herum, an denen die Notaufnahmen aus den Nähten platzen, weil viele niedergelassene Ärzte ihre Praxen schließen.

 

2. Integrierte Notfallzentren

Die Etablierung von Notfallzentren ist ein zentraler Punkt in den Plänen des Bundesministeriums für Gesundheit, der grundsätzlich auch von der DGINA unterstützt wird. Bei der Umsetzung müssen aber grundlegende Prinzipien der Notfallmedizin beachtet und festgeschrieben werden. Patienten, die sich in einer medizinischen Notfallsituation befinden, haben jederzeit das Recht auf eine rasche, angemessene und gründliche Behandlung. Notfallversorgung muss an allen Tagen der Woche zu jeder Stunde die gleiche Qualität aufweisen.

Damit die Patienten die richtige Behandlung erhalten, muss jeder Notfallpatient eine validierte Ersteinschätzung erhalten, die strikt darauf ausgerichtet ist, die bedrohlichen Erkrankungen unmittelbar zu erkennen. Erst danach kann der weitere Behandlungsprozess in einem entsprechend der Ersteinschätzung abgestuften Versorgungsablauf festgelegt werden.

Patienten müssen die Gewähr haben, dass speziell in notfallmedizinischen Fragestellungen ausgebildete Ärzte die Behandlung steuern. Das sind bei Patienten ohne hohes Gesundheitsrisiko Allgemeinmediziner oder hausärztliche Internisten mit notfallmedizinischer Erfahrung. Diese Ärzte müssen eine Notfallsonographie durchführen können und auch die Versorgung von kleinen Verletzungen beherrschen, die keinen weiteren Krankenhausaufenthalt erfordern. Wichtige Laboruntersuchungen müssen zeitnah am gleichen Tag zur Verfügung stehen.

Die Versorgung von Notfallpatienten mit hohem Gesundheitsrisiko im Krankenhaus liegt in der Verantwortung speziell ausgebildeter Fachärzte mit der Zusatzweiterbildung für Klinische Notfall- und Akutmedizin.

Integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern können diese Anforderungen an die Notfallversorgung erfüllen, wenn die dort arbeitenden Vertragsärzte der kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenhausärzte nach den oben genannten Anforderungen an die Notfallversorgung Hand in Hand arbeiten.  Die Leitung dieser Notfallzentren muss aus Sicht der DGINA in die Hände notfallmedizinischer Spezialisten gelegt werden, die derzeit nur in den Notfallzentren der Krankenhäuser ausgebildet werden und vorhanden sind.

In dem Reformprozess müssen zudem Qualitätskriterien festgelegt werden, die die notfallmedizinische Versorgungsqualität objektivieren. Finanzielle Fehlanreize und datenschutzrechtliche Hürden, die eine Notfallversorgung aus einem Guss behindern, müssen beseitigt werden.

Die DGINA begrüßt die Pläne des Bundesministeriums für Gesundheit ausdrücklich als einen weiteren Schritt in die Richtung einer hochprofessionellen notfallmedizinischen Versorgung in Deutschland.


Autor: Dr. Caroline Mayer
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 21.12.2018



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1. Integrierte Leitstellen und Patientensteuerung

Ein wichtiger Aspekt in der Neuordnung der Notfallversorgung ist die Patientensteuerung über Gemeinsame Notfallleitstellen. Patienten, die sich an die Leitstelle wenden und nicht in einer Notfalleinrichtung behandelt werden müssen, benötigen verbindliche, zeitnah verfügbare vertragsärztliche Versorgungsstrukturen. Das bedeutet verlängerte Praxisöffnungszeiten und Vergabe garantierter Termine am gleichen Tag. Aktuell ist diese notwendige Verfügbarkeit nicht flächendeckend gegeben. Das zeigt sich gerade um die Weihnachtsfeiertage herum, an denen die Notaufnahmen aus den Nähten platzen, weil viele niedergelassene Ärzte ihre Praxen schließen.

 

2. Integrierte Notfallzentren

Die Etablierung von Notfallzentren ist ein zentraler Punkt in den Plänen des Bundesministeriums für Gesundheit, der grundsätzlich auch von der DGINA unterstützt wird. Bei der Umsetzung müssen aber grundlegende Prinzipien der Notfallmedizin beachtet und festgeschrieben werden. Patienten, die sich in einer medizinischen Notfallsituation befinden, haben jederzeit das Recht auf eine rasche, angemessene und gründliche Behandlung. Notfallversorgung muss an allen Tagen der Woche zu jeder Stunde die gleiche Qualität aufweisen.

Damit die Patienten die richtige Behandlung erhalten, muss jeder Notfallpatient eine validierte Ersteinschätzung erhalten, die strikt darauf ausgerichtet ist, die bedrohlichen Erkrankungen unmittelbar zu erkennen. Erst danach kann der weitere Behandlungsprozess in einem entsprechend der Ersteinschätzung abgestuften Versorgungsablauf festgelegt werden.

Patienten müssen die Gewähr haben, dass speziell in notfallmedizinischen Fragestellungen ausgebildete Ärzte die Behandlung steuern. Das sind bei Patienten ohne hohes Gesundheitsrisiko Allgemeinmediziner oder hausärztliche Internisten mit notfallmedizinischer Erfahrung. Diese Ärzte müssen eine Notfallsonographie durchführen können und auch die Versorgung von kleinen Verletzungen beherrschen, die keinen weiteren Krankenhausaufenthalt erfordern. Wichtige Laboruntersuchungen müssen zeitnah am gleichen Tag zur Verfügung stehen.

Die Versorgung von Notfallpatienten mit hohem Gesundheitsrisiko im Krankenhaus liegt in der Verantwortung speziell ausgebildeter Fachärzte mit der Zusatzweiterbildung für Klinische Notfall- und Akutmedizin.

Integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern können diese Anforderungen an die Notfallversorgung erfüllen, wenn die dort arbeitenden Vertragsärzte der kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenhausärzte nach den oben genannten Anforderungen an die Notfallversorgung Hand in Hand arbeiten.  Die Leitung dieser Notfallzentren muss aus Sicht der DGINA in die Hände notfallmedizinischer Spezialisten gelegt werden, die derzeit nur in den Notfallzentren der Krankenhäuser ausgebildet werden und vorhanden sind.

In dem Reformprozess müssen zudem Qualitätskriterien festgelegt werden, die die notfallmedizinische Versorgungsqualität objektivieren. Finanzielle Fehlanreize und datenschutzrechtliche Hürden, die eine Notfallversorgung aus einem Guss behindern, müssen beseitigt werden.

Die DGINA begrüßt die Pläne des Bundesministeriums für Gesundheit ausdrücklich als einen weiteren Schritt in die Richtung einer hochprofessionellen notfallmedizinischen Versorgung in Deutschland.

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