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Pressemitteilung: Extreme Überlastung von Notaufnahmen

DGINA fordert gemeinsamen Kraftakt aller Akteure, um die Notfallversorgung in Deutschland sicherzustellen

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Berlin. Angesichts der seit Wochen extrem hohen Belastungssituation in deutschen Notaufnahmen appelliert die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) an alle politisch Verantwortlichen und alle Akteure der Notfallversorgung, schnellstmöglich gemeinsam Lösungen zu finden.

„Eine solch schwierige Situation, wie wir sie im Moment sehen, kann nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Notaufnahmen, Klinikleitungen, Rettungsdienst und der Kassenärztlichen Vereinigung bewältigt werden“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. 

Der Hintergrund: Die Notaufnahmen und Notfallzentren in Deutschland sind die zentralen Anlaufstellen für alle Notfallpatienten und der wichtigste klinische Partner in der notfallmedizinischen Rettungskette. Seit Beginn der Pandemie werden dort neben der Akut- und Notfallversorgung fast alle schwer erkrankten COVID-Patienten stationär erstversorgt oder intensivmedizinisch behandelt. Aufgrund der aktuell massiven Zunahme von Influenza und RSV kommen seit Wochen außerdem sehr viele Erwachsene und Kinder mit Atemwegsinfekten in die Notaufnahme, die häufig stationär versorgt werden müssen.
Gleichzeitig verschärfen Krankheitsfälle den bereits bestehenden Personalmangel in den Kliniken. Dies führt zu einer Verknappung der stationären Kapazitäten von durchschnittlich 18 Prozent. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/136362/Umfrage-zeigt-massive-Belastung-der-Notfallkrankenhaeuser). Für Patienten, die im Anschluss an die Notfallbehandlung stationär aufgenommen werden müssen, stehen daher im Krankenhaus nicht genug Notfallbetten zur Verfügung.
Wenn die Patienten nicht weiterverlegt werden können, kommt es in den Notaufnahmen zu einem Stau (sog. „Exit Block“). Dies führt zu einer gefährlichen Überfüllung („Overcrowding“), da gleichzeitig weitere kranke Patienten durch den Rettungsdienst vorgestellt werden bzw. fußläufig die Notaufnahme aufsuchen. „In dieser Situation ist eine Notaufnahme praktisch handlungsunfähig und es besteht die unmittelbare Gefahr, dass dringende Behandlungen zu spät erfolgen“, warnt Pin. Solche Situationen treten derzeit in vielen Notaufnahmen und Notfallzentren täglich auf.
 
Die DGINA fordert daher Klinikleitungen und Politik zu folgenden Maßnahmen auf:
 

  • In jedem Notfallkrankenhaus muss ein Bettenkontingent für Notfallpatienten einschließlich der Möglichkeiten zur Isolation geschaffen werden.
    Plan- und verschiebbare (elektive) Behandlungen müssen reduziert bzw. abgesagt werden, wenn das Bettenkontingent nicht anderweitig zur Verfügung gestellt werden kann.
  • Über die Feiertage müssen die Kliniken ausreichend Personal bereitstellen.
  • Es muss sichergestellt werden, dass über die Feiertage genug Haus- und Facharztpraxen geöffnet sind und Bereitschaftsdienstpraxen verstärkt besetzt sind.
    Zukünftig müssen die Notaufnahmen und Notfallzentren sowohl personell als auch räumlich so ausgestattet werden, dass diese sowohl der Anzahl der zu versorgenden Patienten wie auch den hygienischen Anforderungen Stand halten.

 

Gleichzeitig bittet die DGINA die Bevölkerung eindringlich darum, sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, z.B. durch Impfungen und das Tragen von Masken, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

 

Kontakt:

Dr. Caroline Mayer

Pressesprecherin DGINA e.V.


Autor: Pressestelle
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 23.12.2022



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Donnerstag, 22. Dezember 2022

Berlin. Angesichts der seit Wochen extrem hohen Belastungssituation in deutschen Notaufnahmen appelliert die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) an alle politisch Verantwortlichen und alle Akteure der Notfallversorgung, schnellstmöglich gemeinsam Lösungen zu finden.

„Eine solch schwierige Situation, wie wir sie im Moment sehen, kann nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Notaufnahmen, Klinikleitungen, Rettungsdienst und der Kassenärztlichen Vereinigung bewältigt werden“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. 

Der Hintergrund: Die Notaufnahmen und Notfallzentren in Deutschland sind die zentralen Anlaufstellen für alle Notfallpatienten und der wichtigste klinische Partner in der notfallmedizinischen Rettungskette. Seit Beginn der Pandemie werden dort neben der Akut- und Notfallversorgung fast alle schwer erkrankten COVID-Patienten stationär erstversorgt oder intensivmedizinisch behandelt. Aufgrund der aktuell massiven Zunahme von Influenza und RSV kommen seit Wochen außerdem sehr viele Erwachsene und Kinder mit Atemwegsinfekten in die Notaufnahme, die häufig stationär versorgt werden müssen.
Gleichzeitig verschärfen Krankheitsfälle den bereits bestehenden Personalmangel in den Kliniken. Dies führt zu einer Verknappung der stationären Kapazitäten von durchschnittlich 18 Prozent. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/136362/Umfrage-zeigt-massive-Belastung-der-Notfallkrankenhaeuser). Für Patienten, die im Anschluss an die Notfallbehandlung stationär aufgenommen werden müssen, stehen daher im Krankenhaus nicht genug Notfallbetten zur Verfügung.
Wenn die Patienten nicht weiterverlegt werden können, kommt es in den Notaufnahmen zu einem Stau (sog. „Exit Block“). Dies führt zu einer gefährlichen Überfüllung („Overcrowding“), da gleichzeitig weitere kranke Patienten durch den Rettungsdienst vorgestellt werden bzw. fußläufig die Notaufnahme aufsuchen. „In dieser Situation ist eine Notaufnahme praktisch handlungsunfähig und es besteht die unmittelbare Gefahr, dass dringende Behandlungen zu spät erfolgen“, warnt Pin. Solche Situationen treten derzeit in vielen Notaufnahmen und Notfallzentren täglich auf.
 
Die DGINA fordert daher Klinikleitungen und Politik zu folgenden Maßnahmen auf:
 

  • In jedem Notfallkrankenhaus muss ein Bettenkontingent für Notfallpatienten einschließlich der Möglichkeiten zur Isolation geschaffen werden.
    Plan- und verschiebbare (elektive) Behandlungen müssen reduziert bzw. abgesagt werden, wenn das Bettenkontingent nicht anderweitig zur Verfügung gestellt werden kann.
  • Über die Feiertage müssen die Kliniken ausreichend Personal bereitstellen.
  • Es muss sichergestellt werden, dass über die Feiertage genug Haus- und Facharztpraxen geöffnet sind und Bereitschaftsdienstpraxen verstärkt besetzt sind.
    Zukünftig müssen die Notaufnahmen und Notfallzentren sowohl personell als auch räumlich so ausgestattet werden, dass diese sowohl der Anzahl der zu versorgenden Patienten wie auch den hygienischen Anforderungen Stand halten.

 

Gleichzeitig bittet die DGINA die Bevölkerung eindringlich darum, sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, z.B. durch Impfungen und das Tragen von Masken, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

 

Kontakt:

Dr. Caroline Mayer

Pressesprecherin DGINA e.V.

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