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„Überlastung der Notfallkrankenhäuser droht“

In der Diskussion um die richtige Antwort auf steigende Infektionszahlen in der Covid-19-Pandemie unterstützt die DGINA (Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin) als notfallmedizinische Fachgesellschaft ausdrücklich die Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftsorganisationen hatte die Wissenschaftsakademie Ende Oktober gefordert, durch geeignete Maßnahmen alle Kontakte, die potentiell zu Infektionen führen könnten, auf ein Viertel zu reduzieren.

„Die zweite Welle der COVID-19 Pandemie ist inzwischen auch in den Notaufnahmen und Krankenhäusern angekommen“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. „Da schwere Symptome der Infektion mit einer zeitlichen Verzögerung auftreten, ist in den kommenden Wochen mit einer deutlichen Zunahme von COVID-19 Patienten in den Krankenhäusern zu rechnen“. Dies werde die Notaufnahmen und Intensivstationen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit bringen, insbesondere wenn sich auch vermehrt Personal infiziere. Besonders das Personal in Notfallzentren, das in der Pandemie an der vordersten Front Verantwortung trägt und besonderen Belastung ausgesetzt ist, ist stark gefährdet.

Es sei daher dringend notwendig, die Infektionsketten mit COVID-19 so schnell wie möglich zu unterbrechen. Dies könne vor allem durch eine sehr deutliche Reduzierung der sozialen Kontakte erreicht werden. „Die Eigenverantwortung jedes einzelnen ist hierfür erforderlich, in der jetzigen Situation reicht Eigenverantwortung allein aber nicht aus“, erklärt der DGINA-Präsident. Auch die Krankenhäuser müssten sich rasch wieder an die neue sehr dynamische Situation anpassen und benötigten klare Anweisungen sowie Unterstützung der Politik.

„Wenn die Krankenhäuser durch weiter steigendende Infektionszahlen und Krankenhausbehandlungen überlastet werden, wird dies die Sterblichkeit an COVID-19, aber auch für andere Erkrankungen erhöhen“, ergänzt Pin. Um erhebliche Patientenzahlen bewältigen zu können, fordert die DGINA die Landesregierungen auf, planbare Behandlungen mittels Verfügungen einzuschränken, um ausreichend Betten für Covid-Fälle zur Verfügung zu haben. „Wenn wir den Normalbetrieb in Notfallkrankenhäusern nicht reduzieren, wird bald gar nichts mehr gehen“, warnt Pin. „Das führt zu langen Schlangen von Patienten auf den Fluren der Notaufnahmen, die ein Krankenhausbett brauchen, und gefährdet Patienten und Personal.“

 


Autor:
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 03.11.2020



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In der Diskussion um die richtige Antwort auf steigende Infektionszahlen in der Covid-19-Pandemie unterstützt die DGINA (Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin) als notfallmedizinische Fachgesellschaft ausdrücklich die Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaft Leopoldina. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftsorganisationen hatte die Wissenschaftsakademie Ende Oktober gefordert, durch geeignete Maßnahmen alle Kontakte, die potentiell zu Infektionen führen könnten, auf ein Viertel zu reduzieren.

„Die zweite Welle der COVID-19 Pandemie ist inzwischen auch in den Notaufnahmen und Krankenhäusern angekommen“, sagt DGINA-Präsident Martin Pin. „Da schwere Symptome der Infektion mit einer zeitlichen Verzögerung auftreten, ist in den kommenden Wochen mit einer deutlichen Zunahme von COVID-19 Patienten in den Krankenhäusern zu rechnen“. Dies werde die Notaufnahmen und Intensivstationen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit bringen, insbesondere wenn sich auch vermehrt Personal infiziere. Besonders das Personal in Notfallzentren, das in der Pandemie an der vordersten Front Verantwortung trägt und besonderen Belastung ausgesetzt ist, ist stark gefährdet.

Es sei daher dringend notwendig, die Infektionsketten mit COVID-19 so schnell wie möglich zu unterbrechen. Dies könne vor allem durch eine sehr deutliche Reduzierung der sozialen Kontakte erreicht werden. „Die Eigenverantwortung jedes einzelnen ist hierfür erforderlich, in der jetzigen Situation reicht Eigenverantwortung allein aber nicht aus“, erklärt der DGINA-Präsident. Auch die Krankenhäuser müssten sich rasch wieder an die neue sehr dynamische Situation anpassen und benötigten klare Anweisungen sowie Unterstützung der Politik.

„Wenn die Krankenhäuser durch weiter steigendende Infektionszahlen und Krankenhausbehandlungen überlastet werden, wird dies die Sterblichkeit an COVID-19, aber auch für andere Erkrankungen erhöhen“, ergänzt Pin. Um erhebliche Patientenzahlen bewältigen zu können, fordert die DGINA die Landesregierungen auf, planbare Behandlungen mittels Verfügungen einzuschränken, um ausreichend Betten für Covid-Fälle zur Verfügung zu haben. „Wenn wir den Normalbetrieb in Notfallkrankenhäusern nicht reduzieren, wird bald gar nichts mehr gehen“, warnt Pin. „Das führt zu langen Schlangen von Patienten auf den Fluren der Notaufnahmen, die ein Krankenhausbett brauchen, und gefährdet Patienten und Personal.“

 

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