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Überlastung und Wartezeiten in den Notaufnahmen reduzieren

Als Reaktion auf das Mitte Februar von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutschen Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) veröffentlichte Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus hat die DKG jetzt eine überarbeitete Fassung ihrer Stellungnahme zum Entwurf der Bundesregierung für ein Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) herausgegeben.

Diese enthält nun auch die Forderung, eine neue Abrechnungsform nach § 115d SGB V für die Notfallbehandlung im Krankenhaus gesetzlich zu verankern. Nach dem Willen der DKG soll die Vergütung direkt und pauschaliert über die Krankenkassen erfolgen. Über die Höhe möchte die Krankenhausgesellschaft dabei direkt mit den Krankenkassen verhandeln – gegebenenfalls unter Einschaltung einer Schiedsstelle. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren zum GKV-VSG führt der Gesundheitsausschuss nach der ersten Lesung im Bundestag Anfang des Monats als nächsten Schritt am 25. März eine öffentliche Anhörung durch.

Die Notfallgesellschaft erhofft sich durch die überarbeitete Fassung der DKG-Stellungnahme eine baldige Lösung für die Unterfinanzierung der Notaufnahmen in Deutschland, um so die häufigen Personalüberlastungen und langen Wartezeiten für Notfallpatienten zu reduzieren: »Eine bessere Verfügbarkeit des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes allein kann die Situation der Notfallkrankenhäuser in Deutschland zwar entspannen, löst aber die Problematik als solche nicht«, erklärt Dr. Timo Schöpke, Generalsekretär der DGINA, und verweist auf das Gutachten von DKG und DGINA. Demnach würden zwei Drittel aller ambulanten Patienten in Notaufnahmen spezifische Leistungen eines Krankenhauses benötigen. »Für diese Behandlungen brauchen wir eine gesetzliche Verankerung und kostendeckende Vergütung, um ausreichend Personal bereitzustellen und die Qualität der klinischen Notfallversorgung auch in Zukunft gewährleisten zu können«, so Schöpke weiter.

Für das Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung haben DKG und DGINA die fallbezogenen Kosten- und Leistungsdaten von über 600.000 ambulanten Notfällen aus 55 deutschen Kliniken erhoben und analysiert. Die Ergebnisse ermöglichen erstmals Einblicke in die Patienten- und Leistungsstrukturen deutscher Krankenhäuser im Bereich der ambulanten Notfallversorgung – und haben zugleich ihre höchst problematische Situation transparent gemacht.


Autor: Marten Scheibel
Abteilung: Pressestelle
Veröffentlicht: 18.11.2016


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