Facharzt Notfallmedizin: Ihre Meinung zählt!
Im Mai 2025 hat die DGINA ein Curriculum für eine fünfjährige Facharztweiterbildung Notfallmedizin vorgelegt.
Wir laden Sie und Dich herzlich ein, unseren Vorschlag mitzugestalten – mit Zustimmung, Ideen oder Kritik. Dabei freuen wir uns ganz ausdrücklich über Perspektiven aus allen Berufsgruppen und Fachbereichen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Meinung transparent mit allen zu teilen. Reichen Sie Ihren Diskussionsbeitrag ein!
Gerne veröffentlichen wir auch kritische und kontroverse Statements. Wir behalten uns jedoch vor, beleidigende Kommentare oder bereits hier publizierte Argumente nicht zu veröffentlichen. Wir empfehlen, möglichst nur einen konkreten Punkt je Beitrag aufzugreifen, um eine sachorientierte Diskussion zu erleichtern. Es sind mehrere Beiträge je Person möglich.
Marziyeh
Eine grossartige Idee. Als Ärztin finde ich, dass das deutsches Gesundheitssystem- vor allem in Notsituationen unter einem gewissen Tunnelblick leidet. Jede Abteilung, ob Trauma oder Allgemeinchirurgie ist a: sehr beschäftigt und durch die hohe Patientenzahl überfordert und b: konzentriert sich zunächst auf das eigene Fachgebiet. Meiner Meinung nach fehlt es eine Fachrichtung, die alle Notsituationen handeln kann.
Cornelia Schickerling
Ein Papierzertfikat ohne entsprechende Ausbildung wird nur den Status quo zementieren.
Soweit ist der „Curriculum“ der rudimentärste von ganz Europa und die Länder, die eine unzureichende Zeit in den wichtigsten Fächern verbringen, sehen später diese Gebiete auch nicht.
Für klinische Erfahrung darin gibt es leider keine Abkürzungen, man muß die Arbeit machen, es gibt keinen anderen Weg. Und mit Supervision, nicht ohne
Ansonsten bleibt es ein Facharzt für die internistische Aufnahmestation.
Notfallzentrum
Sollte der Facharzt für Notfallmedizin kommen, so wie zB in den Commonwealth Ländern, löst er kein einziges der Probleme in den deutschen Notfallzentralen. Genauso wenig wie in den britischen, australischen, neuseeländischen Notafallzentralen. Auch nicht in den französischen oder italienischen usw. Komplett am Problem vorbei.
Bianca Haisch
Ich bin absolut für einen FA Notfallmedizin! Wer wirklich in einer interdisziplinären Notaufnahme arbeitet, wird das gar nicht anders sehen können. Denke auch, so könnte man zig Arztkontakte/Konsile/Zeit sparen. 5 Jahre sehe ich ausreichend, die Lernkurve in neuen Fachgebieten ist am Anfang eh am höchsten. FA heißt auch nicht, dass man alles nach der Prüfung perfekt kann-das ist in anderen Fachgebieten genauso. Notfallmedizin ist und bleibt Teamarbeit-auch als Facharzt!
Slatomir Wenske
Die Weiterbildung sollte grundsätzlich in den ZNA stattfinden, auch mit der meisten Zeit. Alle für die Notfallmedizin relevanten Kompetenzen und Fertigkeiten müssen hier vermittelt werden können, ggf. auch mit standardisierten Kursformaten und Simulationen. Dann genügen kürzere Rotationen. Trotz FA dürfen wir die qualitativ hochwertigen Notfallversorgung nicht ohne die spezialisierten Fachabteilungen und deren Kompetenz im Hintergrund denken. Die sollten immer auf Zuruf in den ZNA präsent sein.
Frank Wösten
Ich habe bislang in der ganzen Diskussion kein stichhaltiges Gegenargument gegen die Einführung gelesen!
Und bei den Pro-Argumenten fehlt mir in der Diskussion die Verschwendung von Personalressourcen in der Abarbeitung der Notfallpatienten.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es hierzu ggf. schon Simulationen gibt: wie ist der durchschnittliche ärztliche. Personaleinsatz heute (viele Fachabteilungen mit vielen unerfahrenen AssistenzärztInnen) und wie könnte hier die Quote nach Einführung sein.
Amerini
Ich wundere mich über die Tatsache, dass überhaupt eine Diskussion stattfindet. Deutschland ist eines der wenigen Länder ohne Facharztbezeichnung und eines der Länder mit der besten prähospitalen und klinischen Notfallmedizin. Den Einwand, dass man Richtungen wie Innere oder Chirurgie nicht genug vertiefen könne, finde ich unbegründet. Wir müssen lebensrettende Maßnahmen einleiten und den Patienten der richtigen Fachrichtung zuspielen, keine Whipple operieren.
Martin Möckel
Für ein großes Fach wie die Notfallmedizin reichen 5 Jahre WB-Zeit nicht aus. „Mini-Rotationen“ sind nicht zielführend. Kernkompetenzen in der Inneren Medizin sind unverzichtbar und für die Schockraum-Kompetenz müssen Skills des Atemwegsmanagements und der Narkose in der Anästhesiologie erworben werden. Kompetenzen in den anderen genannten Fächern können der wahlweisen Vertiefung dienen und werden ansonsten in der Notfallmedizin vermittelt. Den FA neben der ZWB zu entwickeln, finde ich sehr gut.