ACS – Krankenhausstrategien, um Sterblichkeit zu reduzieren

Als Leiter einer Notaufnahme und einer Intensivstation hat man sich auch mit der Qualitätssicherung zu beschäftigen. Und so bin ich auf einen Artikel gestossen, der Einflußfaktoren evaluierte, welche die Sterblichkeit bei Patienten mit akutem Infarkt beeinflussen.
Extrem interessante Arbeit. Auch aus methodischer Sicht: Es wurden die Daten von 537 Krankenhäusern evaluiert. Man hat nur Krankenhäuser aufgenommen, die mehr als 25 Patienten pro Jahr versorgten. Die STrategien der Krankenhäusern wurden mit Sterblichkeitsdaten aus anderen Datenbanken verbunden.

In einer multivariablen Analyse zeigten sich folgende Faktoren, die mit einer reduzierten Sterblichkeit assoziiert sind:
1) Monatliche Meetings, in denen ACS-Fälle der Notaufnahme besprochen wurden (einbezogen wurden Rettungssanitäter und Klinikangestellte).
2) Die Präsenz eines interventionell tätigen Kardiologen im Krankenhaus
3) Die Bestärkung der Mitarbeiter, fachliche Probleme kreativ zu lösen
4) Möglichkeit, Herzkatheter und Intensivpflegepersonal jeweils kreuzweise auszubilden (also im Labor und auf Intensivstation wechselseitig)
5) Die Präsenz von pflegerischen und ärztlichen Meinungsführern (als Indikator für eine Herangehensweise im Team).

Zusammenfassend finde ich diese Studie aus mehreren Aspekten interessant: Sie zeigt auf, dass eine entsprechend gestaltete Umgebung unterstützt, gute Leistungen zu erbringen. Und dies ist nur im Team möglich. Aus meiner Sicht gibt es da natürlich insbesondere in Krankenhäusern in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Es muss nicht immer der geschilderte Weg der goldene Weg sein. Einige Aspekte könnten auch in Deutschland ohne große Probleme eingeführt werden. Fangen wir doch an!

Aber jetzt wird mal wieder genug sein, mit den Besprechungen von Arbeiten, welche das akute Koronarsyndrom betreffen. Gibt natürlich viele andere spannende Dinge. Gerne können Sie mich kontaktieren und Themenvorschläge (mit Link) machen.

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