Chest Pain …. Interessante Protokolle

In einem Gespräch mit den Kollegen diskutierten wir über verschiedene Möglichkeiten, wie bei Patienten mit Chest Pain tatsächlich die identifiziert werden können, die einen Akuten Infarkt bzw. ein Akutes Koronarsyndrom haben. Und die hohe Sensitivität des cTnT trägt durchaus zur Verunsicherung bei.

Nun zu ein paar Fakten bzw. interessanten Daten:
1) Der Biomarker der Wahl bei der Abklärung von akuten Thoraxschmerzen ist zwischenzeitlich das kardiale Troponin (cTnT oder cTnI). Die Bestimmung von CK bzw. CK-MB hat keinen Nutzen und wird deshalb nicht empfohlen. Es sollte aus diversesten Gründen überhaupt nicht mehr bestimmt werden (einzige Indikation könnte sein der Patient mit Niereninsuffizienz bzw. der Patient mit subakuten Infarkt mit erhöhtem Troponin und V.a. Reinfarkt). Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, kann bei Saenger et al. nachlesen: „Requiem for a heavy-weight

2) Nun zum eigentlichen Thema. Gibt es eine Möglichkeit, die Patienten at risk sicher zu identifizieren? Sie kennen ja vielleicht den TIMI-Risk Score, oder den GRACE Risk score, die zumal schon unterstützen. Spannend finde ich eine aktuelle Publikation zum ERLANGER HEARTS 3 Score (hat nichts mit der schönen mittelfränkischen Stadt um die Ecke zu tun). In der Publikation von Fesmire wird der Vorteil dieses Scores diskutiert und gleichzeitig ein Online Calculator angeboten

3) Nachdem wir uns ja mit diesem Thema beschäftigen, hänge ich noch eine aktuelle Studie von der Basler Gruppe dran. Tobias und Kollegen haben einen Algorithmus entwickelt, der anhand der absoluten Werte von cTnThs und den Veränderungen der Werte nach 1h eine Aussage zulässt, welcher Patient einen INfarkt hat und wer nicht. Dies wird die weitere Abklärung von betroffenen Patienten beschleunigen. Ein begleitendes Editorial führt sehr gut auf die entsprechenden Überlegungen bei Chest Pain Patienten ein.

ABER Vorsicht: Diese Untersuchung ist zwar ein Meilenstein nach vorne, aber muss erst noch in anderer Settings validiert werden. Wir verwenden nach wie vor das 3 Stunden-Protokoll, wie es in den Leitlinien empfohlen wird.

Hier noch die zentrale Abbildung der Arbeit von T. Reichlin et al.:

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