Notfallmedizin leise – Erkennen des älteren Patienten mit geriatrischem Versorgungspotential

Zunehmend kontaktieren ältere Patienten die Notaufnahme mit akuten medizinischen Problemen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass eine Versorgungsstruktur eines geriatrischen Teams, welches neben Ärzten und Pflegenden auch Physiotherapeuten, Logopäden etc. und adäquate bauliche Strukturen umfasst, ältere Patienten unterstützt, in ihr eigenes häusliches Umfeld zurückzukehren („Bewahrung der Autonomie“ als wichtigstes Kriterium der Lebensqualität von älteren Patienten).Nun stellt sich natürlich die Frage: Wie erkenne ich oben beschriebenen Patienten, also den älteren Patienten, der sich mit einem akuten medizinischen Problem in der Klinik vorstellt und anschließend idealerweise eine geriatrische Betreuung erhält?

Dazu ist ein Positionspapier der drei geriatrischen Gesellschaften in Deutschland erschienen. Wissend der Tatsache, dass es kein validiertes Instrument in Deutschland gibt, schlägt die Expertengruppe vor, den ISAR Screener von McCusker zu wählen. Eine deutsche Übersetzung des Instruments ist enthalten.

Der Einsatz eines derartigen Instruments reicht natürlich nicht aus, um die vielfältigen Komponenten einer adäquaten Behandlung adäquat anbieten zu können. Eine Lösung im lokalen Setting gibt es deshalb nur, wenn die verschiedenen Akteure zusammenarbeiten. Die Etablierung „Geriatric Emergenc Departments„, wie zwischenzeitlich in wenigen US-amerikanischen Zentren durchgeführt, halte ich für wenig geeignet, die anstehenden Probleme der klinsichen Notfallmedizin in Deutschland zu lösen. Bei uns steht zunächst an, das klinische Fach „Notfallmedizin“ zu etablieren.

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