Notfallmedizin leise – Welche Botschaften kommen beim Notfallpatienten an?

Die Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern stehen unter Druck: Zum einen müssen vital gefährdete Patienten fachgerecht versorgt werden, zum anderen suchen auch viele Patienten mit Bagatellen die Notaufnahme auf, die nur kurz gesehen werden und anschließend eine ambulante Weiterbetreuung durchgeführt werden soll. Diese Patienten erhalten von den Diensthabenden meist einen Entlassbrief mit, gelegentlich eine Handration an Medikamenten und dann natürlich noch verschiedene Botschaften, die im Rahmen des Entlassungsgespräch erklären sollen, wie es bei dem konkreten Patienten nun weitergehen wird.

Werden unsere Botschaften im Rahmen des Entlassungsgesprächs überhaupt verstanden?Dieser Frage widmen sich Engel et al. aus Chicago, USA, in einer aktuellen Ausgabe des Acad Emerg Med. Ausgehend von dem bekannten Befund, dass Notfallpatienten häufig die Entlassungsgespräche unzureichend verstehen, haben die Autoren versucht, dies weiter zu differenzieren. Dazu wurden Telefoninterviews bei 159 Patienten 24-36 Stunden nach Entlassung aus der Notaufnahme geführt. Man konzentrierte sich auf 5 Diagnosen (Sprunggelenksdistorsion, Rückenschmerzen, Kopfverletzung, Nierensteine, Hautabschürfung): Das mediane Alter betruf 41 Jahre (also relativ junge Patienten). Hauptprobleme des Verstehens lagen in den Domainen „Instruktionen im Rahmen der häuslichen Versorgung“ und „Instruktionen der Wiedervorstellung“. Die Dimensionen „Follow-up Anweisungen“, „Medikation“ und „Diagnose“ wurden von über 80% der Patienten verstanden. Von über zwei Drittel der Patienten wurde zumindest eine Dimension nicht richtig verstanden.

Zusammenfassend ist unsere Kommunikation mit den Patienten während des Entlassprozesses von großer Bedeutung und bedarf offensichtlich erheblicher Verbesserung. Dies hat umgekehrt Einfluss auf Compliance und natürlich auch auf Endpunkte.

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