Angstthema Rhythmusstörungen

Immer wieder erlebe ich in der täglichen Arbeit, dass die Kolleginnen und Kollegen – insbesondere wenn die intensivmedizinische Vorerfahrungen mager sind – bei der Betreuung von Patienten mit tachykarden Rhythmusstörungen stark verunsichert sind bzw. einfach Angst haben. Kein Wunder: Rhythmusstörungen können von sich selbst zu einer instabilen Situation führen, auf der anderen Seite sind auch die Medikamente, die wir zur Therapie von Rhythmusstörungen einsetzen, mit relevanten unerwünschten Wirkungen assoziiert. Zusammenfassend ein Horror-Szenario.

Obwohl dieses Thema im Blog schon mehrfach aufgegriffen wurde, erlaube ich mir, Ihnen einen absolut hervorragenden Artikel aus dem aktuellen N Engl J Med zu empfehlen. Didaktisch hervorragend aufbereitet, geht der Artikel klinisch praktisch auf die Theorie und auf die Praxis bei der Behandlung von Schmalkomplextachykardien ein.

Wichtig erscheint mir insbesondere die Tabelle des Artikels, welcher auf die Eigenschaften eingeht, die man bei Tachykardien berücksichtigen sollte, so dass man die korrekte Diagnose stellen kann (Ursache der Ryhthmusstörung, Frequenz, Regularität, Onset, und die Beziehung zum QRS Komplex). Auch die in Abb. 1 vorgestellten Rhythmusstreifen sind wiederholenswert.

Glücklich bin ich über die Kommentierung, dass Verapamil und Diltiazem i.v. hochwirksame Medikamente zur Blockade des AV-Knotens sind, aber in der Notfallsituation wegen der hypotensiven Wirkung eine untergeordnete Bedeutung haben. Diese Thematik wurde bei uns schon häufig diskutiert. Erschwerend kommt hinzu, dass z.B. in den ESC Leitlinien zum tachykarden Vorhofflimmern auf diese Differentialtherapie nur unzureichend eingegangen wird

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