Korrekte Einstellung der Antikoagulation mit Marcumar

Leute, die mich kennen, wissen, dass ich ein Fan von Standardisierung bin. Für mich bedeutet Standardisierung eine Arbeitserleichterung, selbstverständlich kann ein Standard bei entsprechenden Argumenten jederzeit „over-ruled“ werden.

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit auf einen Standard hingewiesen, wie üblicherweise eine Überdosierung von Marcumar bearbeitet werden sollte. Nicht immer ist die Gabe von 10mg Vit K notwendig. Ganz im Gegenteil, eine dosierte und an dem STandard orientierte Vorgehensweise hilft, die indizierte Marcumarisierung rasch wieder im Zielbereich zu haben.Sehr interessant finde ich eine aktuelle Arbeit in Circulation.

In der RE-LY Studie wurden den Investigatoren im „Warfarin“ Arm ein einfacher Algorithmus der Dosisanpassung angeboten, wie die Warfarin-Dosis geändert werden soll: Ist der INR im Normbereich, findet keine Dosisanpassung statt, ist er außerhalb des Zielbereichs, wird die Wochendosis um 10-15% geändert (d.h. eine 10-15% höhere Dosierung bei Unterdosierung bzw. eine 10-15% niedrigere Dosis bei Überdosierung also INR >3; hier ausführlicher: (1.51–1.99 or 3.01–4.00), and a 15% dose change for greater deviations from the target range). Die Untersucher stellten fest, dass die Paitenten, die offensichtlich nicht nach dem Algorithmus therapiert wurden, viel häufiger außerhalb des therapeutischen Bereiches waren und damit auch ein deutlich höheres Risiko für unerwünschte Ereignisse hatten.

Dies finde ich extrem spannend. Mir war gar nicht bewusst, dass es derartige „Algorithmen“ gibt. Und auch im begleitenden Editorial wurde die Einschränkung gemacht, dass es sich um Studienbedingungen handelte und die Übertragung in die Praxis möglicherweise nicht so gelingt. Gleichzeitig zitiert das Editorial einige positive Ergebnisse aus der täglichen klinischen Praxis.

Interessant ist aus einer anderen Studie, welches die Ursachen für eine zu hohe Variabilität der INR Werte unter Antikoagulation ist:

  1. unübliche therapeutische Zielbereiche der Antikoagulation
  2. Lücken in der Messung der INR-Werte
  3. Keine Nachmessung der INR Werte, wenn die Dosis verändert wurde.

Spannende Vorgehensweise, meines Wissens in deutschen Krankenhäusern wenig realisiert. Wäre eigentlich eine Aufgabe der universitären Lehre. Was habe ich mich da immer abgeschuftet. Wer mehr wissen möchte, schaut in die Leitlinien.

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Ein Gedanke zu „Korrekte Einstellung der Antikoagulation mit Marcumar

  1. Bitte um eine erklärung zu .:

    Neueinstellung nach Zahnentfernung mit Marcumar.

    HABE IN MARCUMARLOSER ZEIT HEPARIN GESPRIZT.

    danke……. manni.

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